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Ein Magazin von Claire Doutriaux

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Sendung vom 21. Februar 2010 - 21/02/10

das Symbol: der Berliner Bär

der Berliner Bär


Das Wahrzeichen von Berlin ist der Bär. Natürlich! Aber kennen Sie seine Geschichte? Nikola Obermann erzählt uns jetzt, wie dieser Vierbeiner zum Symbol der heutigen Hauptstadt wurde.

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Wie Sie wissen, finden im Moment die Berliner Filmfestspiele statt. Die Besucher stellen sich natürlich alle dieselbe Frage: Wer bekommt den goldenen Bären? In Berlin sind die Preise nämlich Bären. Es gibt den goldenen Bären für den besten Film, silberne Bären für die Inszenierung, für die Schauspieler usw. Warum denn ausgerechnet Bären? Ganz einfach, weil der Bär das Wahrzeichen der Stadt Berlin ist. Und wissen Sie auch warum? Die Antwort ist eigentlich naheliegend: Das Wort Bär und das Wort Berlin klingen ähnlich. So einfach ist das!

Der Ursprungs des Städtenamens Berlin kommt zwar nicht von dem Tier Bär, sondern von "berl", das im Slawischen Sumpf bedeutet. Die "redenden" Wappen im Mittelalter stellten den Klang eines Wortes bildlich dar. "Berl" - "Bär". Ein Bär eignet sich ja auch prächtig für eine Hauptstadt: Stark, mutig und tapfer. Das war aber nicht immer so. Der Berliner Bär brauchte Jahrhunderte, um sich zu behaupten!

Hier die ersten Bären auf einem Berliner Stadtsiegel von 1280. Sie sind zu zweit und symbolisieren die Stadt Berlin. In der Mitte sieht man einen Adler: das Symbol der Markgrafen von Brandenburg, den Landesherren. 1338 setzt sich der Bär schon mehr durch, sehen Sie, er ist in die Mitte des Siegels gewandert. Er ist inzwischen solo, aber durch eine Leine mit dem Adlerschild der brandenburgischen Fürsten verbunden. Frei ist er noch nicht.

1450. Sehen Sie, wie der Adler auf dem Bären thront. Es sieht fast aus, als brüste er sich. Das hat einen historischen Hintergrund: Die Berliner Bürger hatten sich gegen die Landesherren aufgelehnt, wurden aber unterworfen. Sie verloren daraufhin ihre Autonomie und mussten nun innerhalb der Stadtmauern die Landesfürsten, die Hohenzollern aufnehmen. Der Bär ist bestraft worden.

Doch er richtet sich wieder auf. Das Wappen von 1709 zeigt ihn ohne Leine, nur mit Halsband. Der schwarze preußische Adler und der rote brandenburgische Adler machen ihm sogar Platz. Kein Wunder, Friedrich I hat soeben Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur "königlichen Haupt- und Residenzstadt" Berlin zusammengeschlossen. Deshalb steht über allem auch die so genannte Kurkrone. Der Bär ist stolz. 1839. Der Bär ist gewachsen, und zwei Kronen schweben über ihm: die Krone, die Berlin als Residenzstadt ausweist und die königlich preußische Krone. Das Halsband, Zeichen der Unterwerfung durch die Hohenzollern, ist noch da.

1875 schafft die Stadtregierung das Halsband endlich ab, verleiht dem Bären ein wilderes Aussehen und versieht ihn mit zottigem Fell. Er sieht aggressiver aus. Kein Wunder: Deutschland hat ja auch den Krieg von 1870 gewonnen. Wilhelm I wird zum Kaiser gekrönt und Berlin wird Hauptstadt des deutschen Reiches. Das große Stadtwappen von 1883 zeigt den selben emanzipierten Bären. Berlin verändert sich weiter. 1920 schließen sich acht Städte, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke zu dem so genannten Gross-Berlin zusammen. Die Adler der Monarchie verschwinden endgültig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Berlin geteilt: es gibt deshalb auch zwei Bären, einen auf jeder Seite der Mauer. Es ist der westdeutsche Bär, der zum Emblem des wiedervereinigten Deutschland wird: ein Bär im Profil, frei und kräftig, wehrhaft und mutig – wie es sich für das Symbol einer Hauptstadt gehört.



Text: Nikola Obermann
Bild: Gilles Roqueplo

Erstellt: 18-02-10
Letzte Änderung: 18-02-10


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