
Und hier also die zehn Gewinner der deutschen Schulnamen-Hitliste:
Auf dem zehnten Platz Albert Einstein. Genialer Physiker, Vater der Relativitätstheorie, Pazifist, dem wir allerdings die Atombombe verdanken. Er ist in Deutschland geboren, hat dort aber fast nicht gelebt. 1932 lässt er sich definitiv in den nieder. Wahrscheinlich schneidet er nicht besser ab, weil er so frech die Zunge herausstreckt.
An neunter Stelle unserer Schulnamenhitliste: Anne Frank. Anne Frank ist deutsch. Anne Frank ist Jüdin. 1933 muss sie mit ihrer Familie nach fliehen. Ab 1942 leben die Franks in einem Versteck, was jedoch ihre Denunzierung nicht verhindert. Sie stirbt 1945 in. Ihr Vater überlebt als einziger und veröffentlicht das berühmte "Tagebuch" seiner Tochter.
Achter Platz, Erich Kästner. Gewitzter Schriftsteller, der vor allem für seine Kinderbücher in klarer, nüchterner Sprache bekannt ist. Auch den französischen Schülern würden sicher "Emil und die Detektive" gefallen, die den Leser in das von 1929 entführen.
Der siebte ist Alexander von Humboldt. Ein Genie, wie es heute keine mehr gibt: Anthropologe, Physiker, Geologe, Geograph, aber auch Humanist und großer Mäzen. Kurzum, ein Vorbild für alle kleinen Deutschen. Es überrascht nicht, dass so viele Schulen seinen Namen tragen.
An sechster Stelle, Freiherr vom Stein. Preusse, Politiker, als grosser Reformer modernisiert er den Staat. Als Napoleon jedoch erfährt, dass er einen Volksaufstand gegen ihn plant, muss vom Stein Preussen verlassen und findet beim Zaren Alexander dem Großen Zuflucht.
Auf dem fünften Platz, Theodor Heuss. Der liberale Politologe nimmt nach dem zweiten Weltkrieg an der Ausarbeitung des Grundgesetzes teil. 1949 wird er zum ersten Bundespräsidenten der BRD gewählt.
An vierter Stelle, Friedrich Schiller, eine Säule der deutschen Klassik. Schiller hat immer ein wenig im Schatten seines Weimarer Zeitgenossen gestanden, der ihn auch in diesem Vergleich übertrumpft, denn
Johann Wolfgang von Goethe kommt auf den dritten Platz. Der bei weitem bekannteste deutsche Schriftsteller im Ausland. Den Faust kennen auch die Franzosen zumindest vom Titel her. Dass er auch Staatsmann und Gelehrter war, ist weniger bekannt.
An zweiter Stelle, Albert Schweitzer. Im damals deutschen Elsass geboren, wurde er 1918 Franzose, hat sich aber selbst stets als Deutscher gefühlt. 1913 gründet er in Lambaréné in Gabun mitten im tropischen Regenwald ein Krankenhaus, das heute zu einem grossen Spital zur Versorgung der Armen herangewachsen ist.
Der Name, den sich die meisten deutschen Schulen ausgesucht haben, ist der der Geschwister Scholl : Sophie und Hans. Jeder kennt die beiden Münchner Studenten, die 1942 mit der "Weissen Rose" eine Wider-standsbewegung gegen den Nationalsozialismus gründen. Sie werden acht Monate später, Sophie ist 22, Hans 25, beim Verteilen von Flugblättern verhaftet und nur vier Tage darauf zum Tode verurteilt. Hans stirbt mit den Worten "Es lebe die Freiheit". In Frankreich sind sie vollkommen unbekannt.







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