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Ein Magazin von Claire Doutriaux

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Jeden Sonntag um 20 Uhr

Ein Magazin von Claire Doutriaux

Sendung vom 26. April 2009 - 26/04/09

das Wort: etepetete

Sie haben sicher schon einmal das Wort "etepetete" gehört. Aber wussten Sie auch, dass dieses Wort französischen Ursprungs ist? Dazu nun unser Freund Hinrich Schmidt-Henkel…

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Von einem anstrengenden, haarspalterisch genauen Menschen sagt man auf deutsch, er sei "pingelig". Ob dieses "pingelig" die Franzosen wohl an etwas erinnert? Es kommt nämlich aus Frankreich, wo man über einen piekfein angezogenen Menschen sagt, er sei "mit vier Nadeln glattgezogen" – "tiré à quatre épingles": épingle – ehpinngle – pingelig ...

Dieselbe Person nennen wir ja auch "etepetete". Ein hinreißendes Wort, "etepetete". Früher benutzte man es für jemanden, der sich nie entscheiden konnte, immer zögerte, immer nur vielleicht sagte, auf französisch peut-être, peut-être – etepetete.

Pingelig und etepetete sind wieder einmal zwei jener französischen Wörtern nachgebildeter Begriffe, französischen Wörtern, die die Deutschen bei ihren neuen Mitbürgern hörten, die von jenseits des Rheins kamen, sei es, dass sie als Hugenotten, also als Protestanten, im 17. und 18. Jahrhundert vor der Verfolgung flohen, sei es, dass sie nach der französischen Revolution ins Exil gingen. Sie brachten ihr Wissen, ihre Kultur und allerlei Wörter nach Deutschland mit.

Hören Sie dieses: Brimborium. "Mach nicht so ein Brimborium"sagt man, wenn einer viel Umstände um Nichtigkeiten macht. Einst bedeutete das französische Wort "brinborion" gestammelte Gebete, später dann unbedeutende Kleinigkeiten. "Brinborion", im heutigen Französisch verschwunden, kam von "bréviare", "Brevier", einer Sammlung kurzer Gebete. Das deutsche Wort "Brimborium" hingegen ist immer noch in Gebrauch.

Ein anderes Wort, das ebenfalls Kleinigkeiten bezeichnet, ist "Kinkerlitzchen". "Das sind doch nur Kinkerlitzchen" – ist das nicht ein hinreißendes Wort? Möglicherweise kommt es von "quincaille" – Kleinzeug aus Metall, einem Wort, das entstellt und mit einem "-chen" versehen wurde.

Mein Lieblingsbegriff in dieser Reihe aber ist "Firlefanz". "Ach, der macht lauter Firlefanz" – lauter Unsinn und Komplikationen, man kann ihn nicht ernst nehmen, er stellt sich narrisch an. Firlefanz, auch das klingt absolut nicht französisch. Und in der Tat kommt "Fanz" von einem alten deutschen Wort für "Narr". Und "Firle" kommt aus dem Französischen, vom Namen eines alten Rundtanzes, dem virelay. Ein wilder Tanz, immer rundherum, rundherum, bis einem ganz schwindlig wird und aus virelay – Firle wird – Firlefanz!

Erstellt: 24-04-09
Letzte Änderung: 16-05-12


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