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Ein Magazin von Claire Doutriaux

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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Sendung vom 14. Januar 2007 - 14/01/07

der Ausdruck: Wie bei Hempels unterm Sofa

Wie bei Hempels unterm Sofa


Sie kennen den Ausdruck "hier sieht’s aus wie bei Hempels unterm Sofa". Ausgehend von dieser Redewendung untersucht Gérard Foussier allerlei Sitzgelegenheiten: Sofas, Kanapees und Diwans.


sofa_2.jpg.imageData"Hier sieht’s aus wie bei Hempels unterm Sofa" oder auch "wie bei Hempels hinterm Sofa" - sie haben diese Redewendung sicher schon mal gehört. Man benutzt sie gewöhnlich, wenn irgendwo heillose Unordnung herrscht. Wer aber sind diese Hempels?

Anfang des 20sten Jahrhunderts räumten die Zirkusleute, die ja pausenlos von einer Stadt zur anderen fuhren, ihre Wohnwagen immer mit größter Sorgfalt auf. Alle, bis auf einen gewissen Herrn Hempel, der seinen Kram einfach unter seinen Wagen räumte. Vom Wohnwagen gelangte der Spruch in die Küche, dann unters Bett, und landete schließlich, weiß der Teufel warum, unter dem Sofa. Als es Ende des 17ten Jahrhunderts aufkam, war das Sofa eine gepolsterte Bank. Die Lexika erklären, dass ein Sofa ein Ruhebett mit drei Lehnen ist, auf dem man sitzt. Ursprünglich ist Sofa nämlich ein arabisches Wort und bezeichnet ein Kissen.

sofa_1.jpg.imageDataIm 18ten Jahrhundert wurden ihm die Franzosen zugunsten eines türkischen Wortes untreu, dem divan, der eigentlich einen Raum in reichen Häusern bezeichnete, in dem man bequeme Sitzkissen vorfand. Die Deutschen griffen diese Mode bald auf, und tauschten das v gegen ein w ein, damit es deutscher aussieht. Achtung, bloß nicht verwechseln: ein Diwan ist ein langer Sitz ohne Lehnen, während ein Sofa eine Rücken- und zwei Armlehnen hat. Aha...! Ebenfalls nicht zu verwechseln mit dem West-östlichen Diwan von Goethe von 1819, der sich sich auf das persische Wort dabir bezieht, das eine arabische oder persische Manuskriptsammlung oder einen Gedichtband bezeichnet.

sofa_3.jpg.imageDataNach dem arabischen Sofa und dem türkischen Diwan wendeten sich die Deutschen dem canapé der Franzosen zu, das sie zu Kanapee eindeutschten, mit einem K am Anfang und einem zusätzlichen e. Canapé wiederum ist ein griechisches Wort und bedeutet Mückennetz. Das soll einer verstehen. Und mit Sigmund Freud und der Psychoanalyse wurde ein englisches Wort zur Referenz: the couch, die vom französischen coucher-hinlegen- entlehnt ist. So weit so gut. Um auf die Unordnung unter Hempels Sofa zurückzukommen können wir nur soviel sagen, dass unsere Nachforschungen unter den Sofas diverser Hempels in Deutschland die Richtigkeit dieser Redewendung weder bestätigen noch widerlegen konnten.

Text: Gérard Foussier
Bild: Jean-Baptiste Lévêque

Erstellt: 10-01-07
Letzte Änderung: 10-09-09


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