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Ein Magazin von Claire Doutriaux

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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

Ein Magazin von Claire Doutriaux

Sendung vom 22. März 2009 - 22/03/09

der Gegenstand: Sophie, die Giraffe

Kevin Jayat ist Franzose und hat gerade 18 Monate in Deutschland studiert. Er war sehr erstaunt, dass die deutschen Kinder die Giraffe Sophie nicht kennen, ein absolutes Muss für alle französischen Babies. Höchste Zeit, dass er sie uns vorstellt.

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Kennen Sie diese Giraffe? Diese Frage kann man natürlich nur den Franzosen stellen. Diese französische Erfindung gehört nämlich fest zum Alltag französischer Babys.

Es handelt sich, wie sie sehen, um ein 18 cm hohes Tier, eierschalenweiß mit braunen Flecken, das vier Beine, zwei Ohren und zwei kleine Hörner hat. Es riecht nach Gummi und wenn man draufdrückt, macht es deutlich vernehmbar "quiek".

Wenn Sie sich nun fragen, warum wir uns so einem banalen Gegenstand widmen, dann liegt das sicher daran, dass Sie nicht wissen, dass Generationen von Franzosen mit diesem Gegenstand eine zarte Bindung eingegangen sind.

Dieses Spielzeug für ungefähr acht Euro, das offensichtlich in die Kategorie "Erstes Lernspielzeug" gehört, wurde von einem gewissen Herrn Rampeau konzipiert, Gummiexperte der Firma Vulli, einem französischen Spielzeughersteller.

Herr Rampeau taufte seine Kreation die aus 100 % natürlichem Kautschuk gemacht ist, Sophie. Man nennt sie: Sophie la girafe.

Warum dieser Name? Sophie wurde am 25 Mai 1961, dem Namenstag der Heiligen Sophie erfunden. Sie ist also 47 Jahre alt und immer noch in Mode. 685.000 Giraffen wurden 2008 verkauft und der Hersteller hofft, es auf 800 000 im Jahr 2009 zu schaffen. Da in Frankreich pro Jahr 800 000 Babies geboren werden, geht die Rechnung auf: jedes französische Baby hat seine Giraffe.

Woher kommt dieser Erfolg? Nun, im Jahr 1961 gab es einfach noch nicht sehr viel Spielzeug für Neugeborene, jedenfalls keine exotischen Tiere. Genau diese Marktlücke nutzte Herr Rampeau. Und seine Sophie hat das perfekt Profil: Sehen Sie wie süß sie einen anschaut, ihre natürliche Schönheit, ihren unvergleichbarer Geruch. Vor allem aber widersteht Sophie den Angriffen der Monster, die beim Zahnen gnadenlos an ihr knabbern. Sie protestiert höchstens mit einem Quieken, was die Monster zu noch schlimmeren Misshandlungen ermuntert. Wenn sie etwas älter sind, testen die Kinder an ihr das Gesetz der Schwerkraft, indem sie versuchen, sie auf ihre vier Beine zu stellen. Wie gesagt, ein tolles Lernspielzeug.

Was Sophie von anderem Spielzeug unterscheidet, ist die Leichtigkeit, mit der sie zur nächsten Generation übergeht. Jedes groß gewordene Kind fühlt sich nämlich verpflichtet, die nächste Generation in den Genuss einer Sophie kommen zu lassen. Weil aber jeder Säugling ein Anrecht auf seine eigene, neue Giraffe hat, freut sich die Firma Vulli und mit ihr die Stadt Rumilly in der Savoie, die ihren Reichtum der Giraffenproduktion verdankt.

Seltsamerweise ist Sophie kein Exportschlager. 1000 Giraffen wurden voriges Jahr in Deutschland verkauft. Arme deutsche Kinder! Und weil Sophie ein Lernspielzeug ist, nutzen wir jetzt die Gelegenheit mit ihr etwas zu lernen: Beachten Sie bitte, dass Giraffe auf französisch und auf deutsch nicht gleich geschrieben wird: "Sophie la girafe" hat im Französischen nur ein F, "Sophie die Giraffe" hat zwei.

Erstellt: 20-03-09
Letzte Änderung: 16-05-12


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