Rechts ein Herr aus Frankreich und ein Butterkeks aus Frankreich, ein Petit LU. Und links ein Herr aus Deutschland und ein Butterkeks aus Deutschland, ein Leibniz. Das sei gehupft wie gesprungen? Sie werden schon sehen! Also weiter: Der petit LU hat vier grosse Ecken, 14 Zähne in der Länge, und 10 Zähne in der Breite. Der Leibniz hat auch vier grosse Ecken, 14 Zähne in der Länge, und 10 Zähne in der Breite. In dieser Hinsicht sind beide Kekse absolut identisch. Aber der petit LU ist dunkler gebacken und seine Ohren stehen viel weiter ab.
Nun zu den Zutaten: Uns geht es um den Butteranteil: der Butterkeks LU kann sich stolzer 13% Butter rühmen, der Leibniz hat nur zwölf 12%. Ein beträchtlicher Unterschied. Weiter: den französische Butterkeks gibt es seit 1886 – das steht auf der Packung – LU, also L-U sind übrigens die Initialen des Paares Jean Romain Lefèvre und Pauline Isabelle Utile, die ihre Marke im 19. Jahrhundert in Nantes etablierten. In Deutschland hat Bahlsen den Butterkeks erfunden, und zwar 1891 in Hannover, also 5 Jahre nach dem Petit LU. Nachmacher!!
Aber Bahlsen macht das wieder gut durch die Namensgebung: Leibniz, nach dem großen Mathematiker und Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz, den berühmtesten Hannoveraner. Tja, damals war Gerhard Schröder eben noch nicht Bundeskanzler. Aber wissen Sie was? Bahlsen und LU sind beide Nachmacher! In Wirklichkeit haben Franzosen und Deutsche sich das Geheimnis der Butterkeksmaschine nämlich in London besorgt. Und nun werden wir die Beschaffenheit der Kekse testen. Haben sie gehört? Der Leibniz scheint schön knusprig zu sein. Jetzt der LU: aha, der klingt weicher. Wie sie wissen, tunken die Franzosen gerne. Aufgepasst, unser Franzose wird nun seinen petit LU in seinen schönen warmen Kaffee tunken. Mmmh. Tja… das klappt leider nicht, denn der petit LU löst sich zu schnell auf.
Doch sein deutscher Kamerad bietet ihm seinen Leibniz zum Test an. Da dieser fester und knuspriger ist, könnte das ja klappen. Achtung, hier der Test… Und ja!! Der Leibniz passt sich prima französischen Sitten an! Und jetzt kommen wir zur wichtigsten Etappe unserer wissenschaftlichen Studie: dem Geschmackstest. Beginnen wir mit unserem französischen Tester: schauen sie wie er das macht: er knabbert die erste Ecke ab, die zweite, die dritte, und die Vierte, bevor er sich an die kleinen Randzacken macht. Sein entzückter Blick, sein Gesicht drücken ein immenses Glücksgefühls aus: Kindheitserinnerungen. Denn der Petit LU strotzt vor Butter und schmilzt zart auf der Zunge – eine angenehme Entschädigung für sein etwas schlappes Aussehen. Und nun zu unserem deutschen Tester: unglaublich, ungeachtet der kulturellen Unterschiede auf die Karambolage so scharf ist, geht auch er den Keks bei den Ecken an, bevor er die Ränder anknabbert! Unglaublich! Karambolage kann wohl einpacken. Und auch er scheint absolut verzückt, sein Gesicht strahlt eine intensive Kinderfreude aus.Fazit unserer wissenschaftlichen Studie: Der deutsche Herr bevorzugt den Leibniz Butterkeks und der französische Herr den petit LU. Wirklich kaum zu glauben.







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