Sendung vom 30. November 2008 - 30/11/08
der Gegenstand: das Toilettenpapier
das Toilettenpapier
Unda Hörner stellt sich viele Fragen, wenn sie in Frankreich auf die Toilette geht. Aber sehen Sie besser selbst:
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Sind die Franzosen anders gebaut als wir? Diese Frage stellt sich des Öfteren beim Betreten französischer Toiletten. Stellen Sie sich vor, die Franzosen benutzen oft Toilettenpapier, das nicht in Rollen, sondern in losen Blättern verkauft wird. Ein Toilettenpapier, das es in verschiedenen Pastelfarben gibt: gelb, grün, rosa, violett usw. Die Blätter dieses Papiers sind nach dem gleichen Prinzip ineinander gefaltet wie Zigarettenpapier. Vielleicht wird das sogar in mühsamer Handarbeit gemacht? Das würde erklären, warum dieses Toilettenpapier so viel teurer ist als herkömmliches Papier auf Rollen.
Es gibt einen speziellen Behälter für dieses Papier: ein kleines Kästchen mit einem Schlitz. Daraus fischt man die Blätter, eins nach dem anderen, soviel man benötigt. Dieses Papier ist mehr oder weniger fest, mehr oder weniger porös und leider auch mehr oder weniger glatt, wodurch sein Gebrauch etwas heikel wird. Den ersten Preis bekommt hier übrigens die französische Bahn SNCF, deren braunes Papier vor noch nicht allzu langer Zeit eindeutig bewies, dass es schwierig ist, gleichzeitig Lokomotiven und Toilettenpapier herzustellen.
Doch zurück zu unseren Toiletten: Der Haken an der Sache ist, dass den meisten französischen Toiletten so ein Behälter fehlt oder dass die Benutzer sich nicht die Mühe machen, das neue Päckchen in den Behälter zu legen. In diesem Fall liegt ein Haufen loser Blätter einfach neben der Toilette oder, schlimmer noch, auf dem Wasserkasten. Versuchen Sie mal, nur ein paar Blätter heraus zu ziehen, ohne die ganze Chose runterzureißen. Das ist schlicht unmöglich.
Mit etwas Glück fallen die Blätter einfach auf den Boden, was den französischen Toiletten nicht gerade zu einem aufgeräumten Aussehen verhilft. Im schlimmsten Fall muss man gleich den Klempner rufen, weil das Klo hoffnungslos verstopft ist.
Text: Unda Hörner
Bild: Marie-Aude Lecomte
Erstellt: 27-11-08
Letzte Änderung: 02-10-09