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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

Ein Magazin von Claire Doutriaux

Sendung vom 16. Juli 2006 - 16/07/06

der Gegenstand: der Blumenstrauß

der Blumenstrauß


Unsere Berliner Schriftstellerin Unda Hörner möchte uns einen schönen Blumenstrauß überreichen. Doch Vorsicht vor dem Faux-pas, Sie werden sehen:


Links sehen Sie einen deutschen Blumenhändler, der Blumen zu einem Strauß anordnet. Sehr hübsche Zusammenstellung. Rechts ein französischer Blumenhändler, der das Gleiche tut. Auch ein sehr hübscher Strauß. Der Florist verpackt die Blumen derart, weil der Kunde auf die obligatorische Frage: "Soll's ein Geschenk sein oder ist er für Sie?" geantwortet hat: "Ein Geschenk!" Es geht uns aber nicht um Unterschiede im deutschen und französischen Blumenbinden, sondern um die Verpackung.

Sehen wir sie uns an. In Frankreich wählt der Florist ein farblich passendes Papier, das die Blumen zur Geltung bringen soll, hier ein leuchtendes Pink. Und er windet vorsichtig einen Bastfaden um den Strauß. Voilà! In Deutschland wickelt der Blumenhändler den Strauß ordentlich ein, macht aus ihm ein regelrechtes Paket. Er scheint ihn verbergen oder schützen zu wollen. Wie es aussieht, ist ihm offensichtlich egal. So. Hier sind also unsere beiden Kunden mit ihren Blumensträußen.

Unser französischer Freund ist am Ziel. Stolz streckt er der Gastgeberin zur Begrüßung seinen Strauß entgegen. "Oh, so ein schöner Strauß!" ruft die Französin begeistert. Unserem deutschen Freund kommt das alles spanisch vor, denn in Deutschland schickt es sich nicht, Blumen eingepackt zu überreichen. Man muss das Papier erst sorgfältig entfernen und jedesmal stellt sich die Frage: Wohin mit dem Papier? Man versteht jetzt, warum der Blumenhändler vorhin so wenig Wert auf eine schöne Verpackung legte.

In Deutschland überreicht man Blumen, als habe man sie soeben frisch auf einer Wiese gepflückt. Sozusagen mit Echtheitsgarantie. In Frankreich ist die Verpackung Teil des Geschenks. Sie lässt den Strauß kostbarer und erlesener wirken: Mehr Schein als Sein eben. 



Text: Unda Hörner
Bild: Claude Delafosse

Erstellt: 17-02-09
Letzte Änderung: 25-04-04


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