Der Getränkekasten. Aus dem deutschen Alltag nicht wegzudenken. Worum handelt es sich? Um einen Kasten aus sehr strapazierfähigem Plastik, in rot, grün, blau oder braun. Es gibt ihn für jedes erdenkliche Getränk, vom Bier bis zum Mineralwasser. In einen Getränkekasten passen zwischen 6 und 24 Flaschen. So weit so gut. Der Franzose fragt sich jetzt: Wieso tun die Deutschen ihre Flaschen in einen Kasten? Tja, lieber Franzose, denk einmal nach! Weil es Pfandflaschen sind! "Ah bon !", sagt der Franzose, der sich nur vage an das Konzept der Pfandflasche erinnert.Der Getränkekasten funktioniert so: Sabine will Mineralwasser trinken. Also fährt sie mit ihrem Auto in einen Getränkemarkt. Wie der Name schon andeutet, ist das ein Supermarkt für Getränke. Wenn es keinen Getränkemarkt in ihrer Nähe gibt, tut es auch ein Supermarkt. Dort kauft sie einen Getränkekasten, gefüllt mit 12 Mineralwasserflaschen aus Glas. Sie bezahlt das Wasser und 25 cent Pfand auf jede Flasche. Dann hievt sie den Kasten in ihren Kofferraum. Zu Hause schleppt sie ihn die drei Etagen zu ihrer Wohnung hinauf. Wenn sie ein Haus mit Keller hat, kommt er in den Keller.
Wenn sie einen Mann und Kinder hat, dann schleppt ihr Mann zusätzlich noch einen Limonadenkasten und einen Bierkasten in den dritten Stock oder in den Keller. So. Jetzt wird getrunken. Wenn alle Flaschen geleert sind, bringt Sabine den Kasten mit den leeren Flaschen, welcher jetzt zum Glück viel leichter ist, zurück in den Getränkemarkt.Dort sucht sie sich einen neuen Kasten aus. Jetzt bezahlt sie nur noch die Getränke, das Pfand ist ja schon eingesetzt. Und so geht das Woche für Woche. Voller Kasten nach Hause, leerer Kasten in den Getränkemarkt, voller Kasten nach Hause, usw.
In fast jedem deutschen Haushalt findet man diese sperrigen Getränkekästen. Klar, Pfandflaschen sind umweltfreundlich, und die Deutschen sind ja sehr umweltbewusst. Nicht wie die Franzosen mit ihren Wegwerfflaschen aus Plastik, die den Mülleimer ständig überlaufen lassen. Außerdem stellt ein Bierkasten eine hervorragende Sitzmöglichkeit auf Grillfesten dar. Das Problem mit den Getränkekästen ist eigentlich nur, dass sie so verdammt schwer sind. Deshalb braucht man immer ein Auto, um sie zu transportieren. Und das ist dann schon wieder weniger umweltfreundlich…







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