Diese beiden Herren kauen Kaugummi. Schauen Sie nur, wie sie sich ins Zeug legen. Gut. Der eine ist Franzose, der andere ist Deutscher. Raten Sie mal! Hier ein Indiz: Unsere französischen Zuschauer wissen es bestimmt schon. Genau, der linke Herr ist Franzose, denn seine Blase ist größer. Das können wir gemeinsam in der Zeitlupe nachprüfen. Außerdem lässt sich feststellen, dass die Blase unseres französischen Kaugummikauers nach dem Platzen an der Nase kleben bleibt und sein Gesicht zur Hälfte bedeckt.Unser Franzose hat tatsächlich eine französische Spezialität gekaut: einen Malabar. Unsere deutschen Zuschauer denken bei Malabar vermutlich an einen Bewohner der Malabar-Küste in Indien; für unsere französischen Freunde jedoch ist er der größte aller Kaugummis. Dieser rechteckige Kaugummi ist sage und schreibe 3,5 mal 2,5 cm groß und ganze 7 mm dick. Er ist übrigens so groß, dass der Hersteller, die Firma Kréma, ihn vorausschauend in dieser doppelt wulstigen Form verkauft, die man leicht auseinanderbrechen kann. So kann man ihn besser in den Mund stecken oder mit einem Freund teilen.
Der Malabar ist sehr süß. Es gibt ihn mit Minz-, Erdbeer- oder Tropenfruchtgeschmack…. Mein Lieblingsmalabar ist allerdings der klassische Tutti-Frutti in dem gelben Papier. Schwierig, den Geschmack dieses chemischen rosa Batzens exakt zu beschreiben, belassen wir es also dabei.Doch vor allem ist der Malabar Frankreichs meistverkaufter einzeln verpackter Kaugummi. Schulkinder kaufen ihn sich seit 1958 für ein paar Centimes auf dem Schulweg, beim Bäcker, im Tabakladen oder beim Tante Emma Laden an der Ecke, um Wettbewerbe um die größte Blase zu veranstalten. Seine einzigartige, von Wissenschaftlern ausgeklügelte Konsistenz ermöglicht es, riesengroße Blasen zu machen. Inoffiziellen Quellen zufolge liegt der bis heute ungebrochene Rekord bei einem Durchmesser von 55,8 cm…
Das andere große Vergnügen am Malabar war das Bildchen in der Verpackung mit den neuesten Abenteuern seines Helden … Malabar. Seltsamerweise ähnelt der Malabar-Held gar nicht dem üblichen Klischee vom Durchschnittsfranzosen. Er ist groß, blond und muskulös. Vor allem aber ist er sehr nett. Seine Geheimwaffe um für Recht und Ordnung zu sorgen? Riesenblasen natürlich.Aus diesen Bildchen sind heute Tatoos geworden, dank derer sich jedes Kind in einen wahren Malabar verwandelt, denn das Wort ist inzwischen in die Umgangssprache eingegangen: wenn man in Frankreich jemanden als Malabar bezeichnet, heißt das, dass er stark ist. Sehr stark sogar!







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