Hier sehen Sie einen traditionsreichen Gegenstand, den man in deutschen Kneipen und Gaststätten findet und für den wir uns nun für unsere französischen Zusschauer an eine Übersetzung wagen werden. Die deutsche Sprache ist voll von zusammengesetzen Wörtern und hier haben wir ein besonders gelungenes Exemplar vor uns: Der Stammtischaschenbecher. Beginnen wir also mit dem Schluss: "Aschenbecher", der Becher oder Behälter für die Asche, kurz "Ascher". Davor das Wort Tisch, und zwar nicht irgendein Tisch, denn davor befindet sich das Wörtchen "Stamm". Und dieses Wort gibt uns den Schlüssel für das Wesen dieses so speziellen Aschenbechers.Nun, erklären wir mal den Franzosen, was für ein wahres Stammwort "Stamm" ist. "Stamm" ist ein, wie soll ich sagen, wahres Stamm-Wort. "Stamm" ist zunächst der Baum-stamm. Aber auch der Volks-Stamm, die Ab-stamm-ung, das Stamm-buch, der Stamm-Baum. Die Stammtischgäste haben also eine wahre Wortgeschichte zu tragen. Sehen Sie diesen enormen Aschenbecher, in den die Eingeweihten hineinaschen dürfen, mit seinem liebevoll gearbeiteten schmiedeeisernen Bogen und dem unvermeintlichen Schildchen, in das "Stammtisch" gemeisselt steht. Ein Prachtstück des Gelsenkirchener Barocks.
Hier sehen Sie eine Auswahl besonders gelungener Varianten, in denen der ganze Ideenreichtum der ortsansässigen Handwerker zur Entfaltung kommt bzw. der der Zigarettenhersteller und Brauereien, die ihn gratis liefern. Ein grundlegenderer Gegenstand als unsere Ricard-Karaffen in den französischen Cafés. Doch denken Sie bloss nicht, jetzt da Sie die Bedeutung dieses Wortes kennen, dürften Sie am Tisch Platz nehmen, dessen Holz mit Bier, Schnaps und Geschichten vollgesogen ist. Mitnichten. Da braucht es einige Jahre hartnäckiger Präsenz an der Theke. Man muss mit dem Wirt auf Du und Du sein und zu dieser undefinierbaren Gruppe dazugehören, die sich über Jahre gebildet hat und zu der Kneipe gehört wie das Mobiliar und ihr ihren einzigartigen Charakter verleiht.







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