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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

Ein Magazin von Claire Doutriaux

Sendung vom 25. September 2005 - 25/09/05

der Gegenstand: die Toiletten

die Toiletten


Auweia… Corinne Delvaux ist fürchterlich, sie schreckt vor keinem Tabu zurück. Was steht uns wohl bevor?


Heute dringen wir ins tiefste Innere der deutsch-französischen Beziehungen vor. Ein heikles Thema, das wir wie üblich mit der angebrachten Subtilität behandeln wollen. Es geschieht hier, in den Toiletten. Links eine französische Kloschüssel, rechts eine deutsche Kloschüssel. Auf den ersten Blick kein großer Unterschied. Betrachten wir das Innere der Kloschüssel etwas näher. Die französische formt einen Trichter dessen Boden mit Wasser gefüllt ist. Wenn wir dieses rosarote Etwas hineinwerfen, fällt es ins Wasser, bis auf den Grund der Kloschüssel. Manchmal zieht sein Gewicht es sogar ganz hinweg.

Wenden wir uns nun der deutschen Toilette zu. Sie sehen: die Form der Kloschüssel ist anders: eine Ablagefläche bildet eine Art Stufe auf halber Höhe. Rechts die deutsche Kloschüssel, links die französische Kloschüssel. Sie sehen deutlich, dass sie ganz verschieden sind. Wir werfen jetzt ein grünes Etwas in die deutsche Schüssel. Was passiert? Die Sache fällt auf die Ablagefläche und bleibt liegen. Dieser Unterschied ist folgeträchtig. Zum Einen, was den Geruchssinn betrifft: auf französischer Seite wird die Sache vom Wasser bedeckt, es riecht weniger. Bei den Deutschen werden die Gerüche nicht vom Wasser eingeschlossen und verteilen sich ungehindert im ganzen Raum – was den französischen Nasen immer sehr unangenehm erscheint. Allein das Betätigen der Spülung kann die Chose in die Tiefen der Kanalisation vertreiben. Die Deutschen hingegen ärgern sich über die Form der französischen Kloschüssel.

Freundlicherweise wird uns Mademoiselle Annie bei der Demonstration dieses Problems behilflich sein. So... dankeschön, Mademoiselle. Nun, in Frankreich, das haben wir nun verstanden, fällt die Sache direkt ins Wasser. Das lässt das Wasser nicht mit sich machen und bespritzt heftig den Hintern, wie wir es hier genau sehen können. Dies ist zugegeben ziemlich unangenehm und erscheint den Deutschen ausserdem auch unhygienisch.

Diese kleinen Unannehmlichkeiten sind allerdings unbedeutend, verglichen mit der Grundsatzdebatte, die Deutsche und Franzosen bisweilen entzweit: Die Franzosen fragen sich warum die Deutschen es bloß nötig haben ihr tägliches "Ei" zu sehen. Sie behaupten, die Deutschen seien nun einmal analfixiert. Die Deutschen antworten, dass die Franzosen nur Angst vor Ihren Ausscheidungen haben und sie deshalb die ekligen Reste ihres Stoffwechsels nicht sehen wollen. Außerdem behaupten die Deutschen, dass das Betrachten der Exkremente einer medizinischen Notwendigkeit entspricht, kann man doch so bestimmte Krankheiten früher erkennen. Ich fürchte, dass diese Kontroverse noch lange nicht beendet ist und dass sie uns außerdem eine Menge Zuschauerpost bescheren wird…

Erstellt: 20-09-05
Letzte Änderung: 18-03-11


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