Welchen Gegenstand nimmt man jeden Tag mehrmals in die Hand? Na? Die Türklinke natürlich. In Deutschland sind diese Klinken eckig, rechtwinklig, manchmal geschwungen, aber immer funktional. Um die Tür zu öffnen, drückt man die Klinke herunter, in der Regel mit der Hand. Hat man jedoch die Hände voll, mit einem Tablett zum Beispiel, kann man die Tür auch mit dem Ellenbogen oder mit dem Fuß öffnen. Sogar mit dem Kinn oder der Stirn kann man eine deutsche Tür öffnen, versuchen Sie es selbst. Und nun schauen wir uns die Türen unserer französischen Nachbarn an. Klar, auch sie haben eckige Türklinken wie wir. Aber die Franzosen haben AUCH sogenannte "poignées de porte", Türknäufe oder Türknöpfe. Und da liegt der Hase im Pfeffer.
"Les poignées de porte", das sind zierliche Porzellaneier, die es in sich haben. Erster Eindruck: der Türknauf mit seinen Rundungen schmeichelt der Hand. Allerdings ist er für Männerhände viel zu klein und nicht gut zu handhaben. Man muss mindestens eine Hand frei haben, um mit dem Türknopf zu öffnen. Das Drehen verlangt wenigstens drei Finger. Doch auch dann funktioniert es nicht immer. Meist sind die Türknöpfe so ausgeleiert, dass es praktisch unmöglich ist, die Tür ohne Lärm zu öffnen oder zu schließen. Oft schließen die Türen auch gar nicht mehr und schnappen immer wieder auf. Die Spuren vergeblicher Schließversuche sind dann auch rund um den Türknauf zu sehen: Schmuddelränder und schwarze Flecken.
Nicht selten hält der Stift nicht mehr, der die beiden Knäufe verbindet und es ist notdürftig mit Nägeln oder Draht repariert. Man kann sich daran böse die Finger aufreißen, die Franzosen scheint das nicht zu stôren. Es kommt sogar vor, dass der Knauf polternd zu Boden fällt und wenn man Pech hat, befindet man sich gerade im Innern der Toilette, ist alleine in der Wohnung. Doch, doch, das passiert… Ich werde ihnen was verraten, ich als Deutsche habe an allen Türen die langweiligen Klinken in elegante, kleine, kapriziöse Knöpfe umgetauscht. Ja ja, ich weiß, sie fragen sich, wo denn mein deutscher Sinn fürs Praktische geblieben ist, aber es ist so viel hübscher, plus joli!







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