Dieser Auftritt ist typisch für die Methode „Paroubek“. Er beginnt zunächst damit, seine politischen Gegner anzugreifen: „Ich sage allen diesen Leuten wie Herr Topolánek, dass sie ihren Verschwörungen gegen die sozialdemokratische Elite Einhalt gebieten sollen.“ Denn es gilt ja so viel Mächte des Bösen zu bekämpfen: „All die Zeitungen wie Lidové Noviny und Mladá Fronta [zwei Mitte-Rechts Tageszeitungen, Anm d. Red.], die uns mit ihrem Dreck bewerfen, machen mir nichts aus. Sie sind nur reaktionäre Kräfte, welche es Václav Klaus erlauben wollen, auch weiterhin in der Prager Burg zu bleiben.“ Aber was will eigentlich Jiří Paroubek? „Wir wollen diesem Land dienen.“ Aber wie? „Völlig egal mit welchen Mitteln... Und selbst wenn kleine Marsmännchen hier landen würden, könnten wir mit ihnen eine Koalition bilden um unser Land, unsere Heimat zu retten.“
Trotz der Virulenz (und der totalen Sinnlosigkeit) seiner Worte ist Jiří Paroubek derzeit der starke Mann der sozialdemokratischen Partei, der stärkste Kraft jener Opposition, welche die tschechische Regierung inmitten ihrer EU-Ratspräsidentschaft zu Fall gebracht hat. Nachdem die ČSSD in den 90er Jahren zunächst von Miloš Zeman und Vladimir Špidla (seit 2004 Kommissar für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit in Brüssel) worden war, übernahm Paroubek ihren Vorsitz 2006 und regierte bis zu seiner Wahlniederlage 2007. In dieser ereignisreichen Zeit jagte ein Skandal den anderen: Nachdem er den „rechten Medien“ vorgeworfen hatte, es würde ihnen „an Objektivität fehlen“, musste er selbst eingestehen, dass seine Partei versucht hatte in zahlreiche Sendungen des öffentlich-rechtlichen Senders ČT1 einzugreifen. Eine der berühmtesten tschechischen Fernsehansagerinnen nannte ihn daraufhin einen „Diktator vom Schlage Mussolinis“. Diesem Ruf wurde er abermals gerecht, als ein Schriftstück aus dem Jahre 1976 auftauchte, in dem er als junger Parteibeamter der Kommunisten die „gerechte Beseitigung der bourgeoisen Strukturen durch die Partei 1948“ lobte.
Doch all diese Enthüllungen haben ihnen nicht gebremst – ganz im Gegenteil: Er ist so fest entschlossen wieder Premierminister zu werden, dass er „auch mit den Kommunisten einen Pakt schließen würde.“ Warum? Weil Jiří Paroubek der festen Überzeugung zu sein scheint, dass er der Einzige ist, der das Land retten kann. „Prag hat noch nie so floriert wie unter meiner Regierung... Naja, vielleicht unter Karl IV. im 14. Jahrhundert“, meinte er in einem Interview für die Wochenzeitschrift Respekt 2006. Antworten wir ihm mit den Worten der einzigen moralischen Instanz, die er zu akzeptieren scheint: ihm selbst. So meinte er nämlich im gleichen Jahr: „Vielleicht sollte ich lernen etwas bescheidener zu sein...“










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