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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

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Ein Magazin von Claire Doutriaux

Jeden Sonntag um 20 Uhr

Ein Magazin von Claire Doutriaux

Sendung vom 4. September 2005 - 04/09/05

das Wort: Heimat

Heimat


Unsere Linguistin Waltraud Legros erzählt uns von einem deutschen Wort, welches man nur schwer ins Französische übersetzen kann: "Heimat".



Eines der deutschen Wörter, für das es im französischen keine direkte Übersetzung gibt, ist das Wort HEIMAT. "Heimat" kann das Geburtsland sein, der Geburtsort, die Gegend oder das Haus, wo man aufgewachsen ist. "Heimat" ist dort, wo man "daheim" ist. Und wenn man weit weg ist, "in der Fremde" wie man früher sagte, hat man "HEIMWEH".

Wer in der Geschichte des Wortes "Heimat" zurückblättert, erfährt folgendes: Es gab eine Zeit, wo man "Heimat" als Gegensatz zu "ELEND" gebrauchte. "Elend" kommt vom althochdeutschen, wo "ali-lenti" wörtlich "das" meinte. Im fremden Land leben und im Elend leben war also gleichbedeutend. Das machte die "Heimat" nur umso kostbarer. Bis ins 17. Jahrhundert hat das Christentum sogar das Leben auf Erden überhaupt als "Elend" bezeichnet. "Heimat" war das Himmelreich. Weshalb man von einem Verstorbenen sagte, der Herr habe ihn "aus diesem Elend abberufen" und "heim-geholt".

"Heimat" hat also mit dem Gefühl zu tun, oft auch mit Erinnerungen an die Kindheit, an eine vertraute Landschaft oder eine gewisse Atmosphäre. Was nicht ausschliesst, dass man sich auch anderswo in der Welt "daheim" oder zumindest "wie daheim" fühlen kann. Das meinten wohl die Römer, wenn sie sagten: "ubi bene, ibi patria": "wo man sich wohlfühlt, ist man daheim". Im Gegensatz dazu ist das "VATERLAND" – im Französischen "la patrie" – ein politischer Begriff. Ein Vaterland hat Grenzen, die man gegebenenfalls verteidigen muss, hat eine Fahne, es hat eine Hauptstadt und eine Regierung – welcher Art auch immer. Soldaten fallen für ihr Vaterland und sind dann Helden. Die "Heimat" hat weder Uniformen noch Fahnen. Sie ist das "daheim", das jeder von uns in sich trägt.

Text: Waltraud Legros
Bild: Bérangère Lallement

Erstellt: 02-09-05
Letzte Änderung: 25-04-04


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