Darsteller: Sally Hawkins, Alexis Zegerman, Eddie Marsan
Synopsis: Poppy ist eine lebensfrohe Grundschullehrerin. Sie liebt ihr Leben, denkt positiv und versucht, ihren Freunden und Mitmenschen ein Lächeln in den Tag zu zaubern. Kann sie bestehen in einer unfreundlichen, schnelllebigen und anonymen Welt?
Im Gespräch mit Regisseur Mike Leigh
Im Gespräch mit Darstellerin Sally Hawkins
Im Gespräch mit Darsteller Eddie Marsan
Mike Leigh beim Berlinale Talent CampusKritik: HAPPY-GO-LUCKY ist eine Art Gegenentwurf zu NAKED, den Mike Leigh 1993 drehte. Darin überzeugte David Thewlis als der zynische, aber dennoch charmante und eloquente Drifter Johnny. Dessen Aufgabe schien es zu sein, seine Mitmenschen davon zu überzeugen, dass ihr Leben widerwärtig ist. Für seine großartige Leistung wurde der britische Schauspieler in Cannes als Bester Darsteller ausgezeichnet, der Film gewann die Goldene Palme. Mit HAPPY-GO-LUCKY war Mike Leigh 2008 in Berlin im Wettbewerb.
Seine Poppy, die Hauptdarstellerin in HAPPY-GO-LUCKY schafft es durch ihre offene, freundliche Art und ihre positive Energie, das Leben für sich selbst und ihre Mitmenschen in jedem Moment lebenswert sein zu lassen, auch wenn es einmal kompliziert wird. Der Film eröffnet mit einer Szene, in der sie bunt angezogen auf ihrem klapprigen Rad durch London fährt. Sie besucht eine Buchhandlung, versucht den verstockten Buchhändler ein wenig aufzumuntern und geht wieder. Ihr Rad ist weg. "Schade, ich hätte mich so gerne noch von ihm verabschiedet," sagt sie ihrer Freundin. Aber sie trauert ihm nicht hinterher und beschließt stattdessen, Fahrstunden zu nehmen. Eine folgenreiche Entscheidung, denn Scott, ihr Fahrlehrer ist ein wortkarger, stets schlecht gelaunter Typ, der seinen Ärger seit Jahren in sich hineinfrisst. Rassistisch und sexistisch ist er außerdem. Im kleinen Fahrschulauto prallen so zwei extrem unterschiedliche Charaktere aufeinander. Irgendwann später im Film wird sich dieser Energiestau entladen, die Bombe platzt.
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Ihr natürliches Lächeln verzaubert und ihre positive Energie strahlte in die kalten Tage Berlins, wo der Film im Februar 2008 auf der Berlinale vorgestellt wurde. In ein Festival, das Kindesmissbrauch, Ehedramen, den Kampf gegen die Dealer Rios, todkranke Männer, die nach Japan reisen, und einiges mehr an schweren Themen in seinem Kalender stehen hatte. HAPPY-GO-LUCKY dagegen bringt Unbeschwertheit und Lebensfreude.
Für eine der besten Szenen gab es sowohl in der Pressevorführung als auch bei der abendlichen feierlichen Premiere Szenenapplaus: Eine Flamencolehrerin (famos gespielt von Karina Fernandez) will ihren Schülern, u.a. Poppy, die Herkunft des "Schmerzenstanzes" erklären und steigert sich dabei so sehr in ihren eigenen Schmerz hinein, dass sie schließlich heulend zusammenbricht und wegläuft. Mike Leigh beweist, dass er auch Komödien inszenieren kann, und er zeigt auch, dass ein Film nicht zwingend einer Handlung bedarf. Weder macht Poppy eine großartige Entwicklung durch, noch passieren allzu viele nennenswerte Dinge um sie herum. Eher zufällig hat sie dann am Ende sogar einen Freund gefunden, ohne je danach zu suchen. Das ist logisch, denn Menschen wie Poppy sind stets bei sich selbst, sie sind einfach da. Sie schenken ihren Mitmenschen und ihren Liebsten Freude, und dafür bekommen sie auch etwas zurück, so ist das im Leben. Mike Leigh, seine Schauspieler und sein Filmteam haben uns einen wunderbaren Film geschenkt und dafür werden sie belohnt werden.
Nana A.T. Rebhan








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Unbeschwertheit kann ansteckend sein
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