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Freitag, 22. Februar 2008 um 21.00 Uhr - 21/02/08

Als das Morden begann

("Sometimes in april")


Als das Massaker des Völkermords 1994 in Ruanda beginnt, wird der Offizier Augustin Muganza in der Haupstadt Kigali von seiner Familie getrennt. Er ist Hutu, doch seine Frau, eine Tutsi, und seine drei Kinder sind vor keiner Machete sicher. Ausgerechnet sein Bruder Honoré hetzt als Radioreporter die verfeindeten Gruppen auf.

Im Gespräch mit Regisseur Raoul Peck

© Warner Bros
Im April 1994 wird Ruanda von einem Völkermord heimgesucht. Hartgesottene Hutu bringen alle Tutsi um, deren sie habhaft werden können. Der Soldat Augustin Muganza und sein Kamerad Xavier, entziehen sich der militärischen Führung, um ihre Frauen und Kinder in Sicherheit zu bringen. Doch Augustin wird von seiner Frau Jeanne und seinen beiden Söhnen, die er in die Obhut seines Bruders Honoré gegeben hat, getrennt. Für Augustin beginnt ein verzweifelter Kampf ums Überleben. Nur knapp entrinnt er im eigenen Haus der Säuberungsaktion der aufgebrachten Hutu. Wird er seine Frau, seine Söhne und seine Tochter, die in einem nahe gelegenen katholischen Internat untergebracht war, noch einmal wieder sehen?
© Warner Bros
Zehn Jahre später sehnt sich Augustin nach Frieden und Ruhe. Er hofft darauf, ein neues Leben mit Martine beginnen zu können, die früher seine Tochter im Internat unterrichtet hat. Augustin besucht das Tribunal der Vereinten Nationen in Arusha, wo sein Bruder Honoré für seine aufwieglerische Rolle, die er und andere Journalisten während des Völkermords gespielt haben, zur Rechenschaft gezogen werden soll. Schließlich ringt sich Augustin zu einem Treffen mit Honoré durch und erfährt, was mit seiner Familie geschehen ist. Erst als er die ganze schreckliche Wahrheit kennt, kann er der Zukunft wieder in die Augen sehen.

Der 1953 auf Haiti geborene Raoul Peck wuchs in Zaire (Demokratische Republik Kongo) und in Frankreich auf. Er studierte zunächst Ingenieurwesen und Wirtschaft, bevor er als Fotograf und Journalist tätig war und an die Berliner Film- und Fernsehakademie wechselte. Seine Karriere als Regisseur und Autor führte ihn um die ganze Welt, unter anderem nach Cannes (Nominierung für „L’homme sur les quais“ 1993). Peck ist einer der wenigen internationalen Regisseure, die sowohl Dokumentarfilme als auch fiktionale Filme mit Erfolg produzieren. Sein Dokumentarfilm „Lumumba: La mort du prophète“ (1992), der die tragische Geschichte des afrikanischen Politikers Patrice Lumumba erzählt, sowie der daraus entstandene Spielfilm „Lumumba“ (2000) gewannen in Mailand, Amiens, Acapulco, Ouagadougou und Fribourg. Für den Spielfilm „Als das Morden begann“ (2005), der den Völkermord in Ruanda 1994 zum Thema hat, erhielt Peck den Preis für den besten Film beim internationalen Filmfestival Durban. Er war zudem Wettbewerbsteilnehmer bei der Berlinale 2006. Große Aufmerksamkeit erregte der Mehrteiler „Mysteriöser Kindesmord – Die Affäre Villemin“ (2005, auf ARTE ab 29.02.08). Pecks filmisches Werk zeichnet sich durch technisch-künstlerisches Können aus, welches mit Weitblick und dem Mut gepaart ist, unbequeme sozio-politische Probleme zu thematisieren.
© Warner Bros
Wahl-New Yorker Idris Elba, der als Kind afrikanischer Eltern 1972 in London geboren und als „DJ Big Driis the Londoner" bekannt wurde, überzeugte als Augustin Muganza. Mit 22 Jahren begann er seine Schauspielkarriere mit Rollen in britischen Fernsehserien. Der Durchbruch gelang ihm 1999 mit der Rolle des Grégoire in dem französischen Spielfilm „Meine schöne Schwiegermutter“ (1999, Gabriel Aghion). Für seine Rollen in „The Wire“ (2002), „The Gospel“ (2005) und „Als das Morden begann“ wurde er in den Jahren 2005 und 2006 für den Black Reel Award, Image Award und den NAMIC Vision Award nominiert.
Die Äthiopierin Pamela Nomvete ist seit den 90er Jahren in einigen US-amerikanischen, südafrikanischen und französischen Fernsehserien, -filmen und Kinoproduktionen zu sehen. Für ihre Rolle in „Lettre d'amour zoulou“ (2004) gewann sie 2005 beim panafrikanischen Festival Ouagadougou den Preis als beste Schauspielerin.

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Als das Morden begann
(Sometimes in April)
Regie: Raoul Peck; Buch: Raoul Peck; Kostüme: Paule Mangenot; Kamera: Eric Guichard; Schnitt: Jacques Comets; Ausstattung: Benoît Barouh; Musik: Bruno Coulais; Produzent: Daniel Delume; Produktion: HBO Films, Velvet Film, Yolo Films, ARTE F
Mit: Idris Elba - (Augustin Muganza), Oris Erhuero - (Honoré Muganza), Debra Winger - (Patrice Bushnell), Carole Karemera - (Jeanne Muganza), Fraser James - (Xavier), Abby Mikiibi Nkaaga - (Colonel Bagosora), Michelle Rugema - (Anne-Marie Muganza), Noah Emmerich - (Lionel Quaid)
ARTE F, USA 2005, Erstausstrahlung, 140 Min.

Erstellt: 01-02-08
Letzte Änderung: 21-02-08