Der Zusammenbruch der DDR liegt 17 Jahre zurück. Und noch immer lagern Akten über die Vergangenheit bei den Behör- den oder versteckt zu Hause in geheimen Schubladen - falls sie nicht gefunden werden. Die erfolgreiche Journalistin Meike Marndorfer ist völlig ahnungs- los, als sie anfängt, auf eigene Faust zu recherchieren. Eine Informantin namens Lena will sie unbedingt sprechen. Kurz bevor sie miteinander reden können, wird diese jedoch vom Auto überfahren. War es Zufall? Und wer war diese Fremde? Die Nachforschungen führen Meike tief in die ostdeutsche Provinz. Sie kontaktiert Lenas Umfeld und gewinnt in deren Freund Robert einen Vertrauten. Er unterstützt sie in den Recherchen und es wird immer deutlicher, dass Lena Meikes Leben ausgekundschaftet hat. Meike verliert Stück für Stück ihre Professionalität und Distanz. Die Sache wird unheimlich. In ihrem Gedächtnis tauchen Bilder auf. Obwohl Lenas Vater ver- sucht, Meike mit Fehlinformationen in die Irre zu leiten, wird immer deutlicher, dass die Biografien der beiden Frauen zusammenhängen. Meike muss ihre eigenen Eltern in die Spurensuche mit einbeziehen, nach einer möglichen Stasi-Vergangenheit fragen und wird immer mehr von Misstrauen erfasst. Sie steht vor einer Mauer des Schweigens.
Sie muss entscheiden, ob sie mit Robert allein weiter sucht, ob sie die Wahrheit wirklich wissen will, oder ob es sich mit einer großen Lüge nicht besser weiterleben lässt. Am Ende ist ihr Leben in den Grundfesten erschüttert.
"Ich wollte nicht töten" wurde im Oktober 2006 beim Filmfest Hamburg uraufgeführt und gewann dort den TV Produ- zentenpreis. Es ist ein Film über das Schweigen und das Nichtnachfragen, über die Su- che nach Wahrheit und nach der eigenen Vergangenheit. Damit greift Dagmar Hirtz das Thema ihres letzten Fernseh- films "Sie ist meine Mutter" (2006) erneut auf. Dagmar Hirtz, 1941 in Aachen geboren, studierte Musikwissenschaft in München und kam über die Schnittassistenz zunächst zum Filmschnitt, dann zu Regie und Produktion. Sie erhielt den Bundesfilmpreis für den Schnitt von "Trotta"(1971), "Der Richter und sein Henker" (1975) und "Georg Elser - einer aus Deutschland" (1989). Ihr erster Spielfilm als Regisseurin war "Unerreichbare Nähe (1984). Es folgte "Moondance" (1994). Zuletzt hat sie vor allem Fernsehfilme realisiert, so "Der Tod ist kein Beweis" (2002) und "Der Mustervater - Allein unter Kindern" (2004).
Jessica Schwarz, 1977 geboren, arbeitete lange Zeit als Model und für den Musiksender Viva, wo sie Bekanntschaft mit dem Regisseur Benjamin Quabeck machte, der sie für die Hauptrolle seines Debüts "Nichts bereuen" (2001) auswählte. In diesem Film spielte sie neben Daniel Brühl und erhielt dafür 2002 den "New Faces Award". Danach war sie in Quabecks "Verschwende deine Jugend" (2003) und in drei Filmen Dominik Grafs zu sehen: "Die Freunde der Freunde" (2002; Grimme-Preis), "Kalter Frühling" (2004, auf ARTE am 12.03.2004) sowie "Der rote Kakadu" (2005).
Hinnerk Schönemann, Jahrgang 1974, wurde 2005 beim Badener Filmfestival für seine Rolle in "Der Boxer und die Friseuse" (2004, auf ARTE am 17.09.2004) ausgezeichnet. Auch auf der Kinoleinwand ist er mehr und mehr präsent. So war er in Leander Haussmanns Komödie "NVA" (2005) zu sehen und wirkte in "Das Leben der Anderen" (2006) mit, der 2006 als bester Europäischer Film geehrt wurde. Zuletzt mimte er den Kommissar in "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" (2007). In Christian Petzolds "Yella" (2007), der dieses Jahr bei der Berlinale im Wettbewerb lief, spielt er Ben. Gerald Alexander Held, zuletzt im ZDF-Mehrteiler "Afrika, mon amour" (2007) zu sehen, wurde 1958 in München geboren. Zwischen 1996 und 2006 wirkte er in sechs "Tatort"-Folgen mit. Außerdem spielte er neben Bruno Ganz und Alexandra Maria Lara in Hirschbiegels "Der Untergang" (2004), der 2005 als bester ausländischer Film für den Oscar nominiert war. Als Robert Mohr war er neben Julia Jentsch in "Sophie Scholl - Die letzten Tage" (2005, auf ARTE am 16.04.2007) zu sehen.
Wiederholung am 22 April um 15.50
Ich wollte nicht töten (87 Min.)
Deutschland 2006, ARTE/ZDF
Regie: Dagmar Hirtz, Drehbuch: Frauke Hunfeld, Kamera: Judith Kaufmann, Musik: Annette Focks, Redaktion: Caroline von Senden, Ton: Frank Tenge, Benjamin Hill, Produktion: TV 60 Filmproduktion GmbH, Produzent: Gloria Burkert, Andreas Bareiß
Mit: Jessica Schwarz (Meike Marndorfer), Hinnerk Schönemann (Robert Sandberg), Gerald Alexander Held (Martin Kehl), Martin Feifel (Johannes), Inga Birkenfeld (Lena), Axel Wandke (Andreas Marndorfer), Petra Zieser (Susanne Marndorfer), Peter Lerchbaumer (Chefredakteur Wilke)








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