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Freitag, 21. April 2006, ab 0.40 Uhr: - 13/04/06

Klassiker der Filmavantgarde

Der Filmtipp im April auf ARTE von filmportal.de


ARTE präsentiert Kurzfilme der deutschen Filmavantgarde der 1920er und 1930er Jahre, darunter die TV-Premiere des Films "Opus 1" von Walter Ruttmann, der mit dem Dokumentarfilm "Berlin. Die Sinfonie der Großstadt" berühmt wurde, und ein Meisterwerk der französischen Filmpionierin Germaine Dulac.


Zu den deutschen Filmklassikern der Zwanziger und Dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zählen nicht nur die berühmten Werke von Murnau, Lang oder Pabst. Es war auch eine Zeit der Experimente abseits aller Konventionen des Spielfilms. Wie in der Bildenden Kunst oder der Literatur versuchten auch die Avantgardisten des Films zu völlig neuen Sichtweisen und Ausdrucksformen zu gelangen und die Beziehung von Bewegung, Licht, Farbe und Musik auf dem Wege der Abstraktion auszuloten. Die wichtigsten Protagonisten dieser Strömung in Deutschland waren Walther Ruttmann, Hans Richter und Oskar Fischinger, denen neben der französischen Avantgardistin Germaine Dulac diese Nacht auf ARTE gewidmet ist.

So gilt Ruttmanns "Lichtspiel Opus 1", der hier erstmals im Fernsehen zu sehen ist, als der erste "absolute" deutsche Trickfilm. Das abstrakte, farbige Werk schuf Richter am selbstgebauten Tricktisch aus 10.000 Einzelbildern, die er einzeln färbte. Hans Richter, der auch Maler war und 1916 Teil der Züricher Dada-Bewegung, experimentiert in seinen "Rhythmus"-Filmen innerhalb des Filmischen mit der Malerei, in der "Filmstudie" bringt er geometrische Formen und Muster zum Tanzen. "Vormittagsspuk" hingegen ist kein Animationsfilm, arbeitet nicht mit abstrakten Bildern, sondern erzeugt anhand von "echten" Menschen und Gegenständen eine "Rebellion der Objekte" (Richter) im Geiste des Surrealismus.

Vom Figürlichen zur Abstraktion weist Oskar Fischingers "Seelische Konstruktionen", ein Trickfilm, in dem die Figuren sich in ständiger Metamorphose befinden. Weitere Experimente mit abstrakten Formen sind Fischingers "Studie Nr. 7" und die "Komposition in Blau" (Foto links), ein knapp vier Minuten langer Film, der in seiner Zeit ein echter Publikumserfolg war.


Inwieweit diese filmischen Wagnisse auch heute noch irritieren, bezaubern, gar begeistern können – in der Nacht vom 21. auf den 22. April bietet sich eine der seltenen Gelegenheiten, das zu erfahren.

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Erstellt: 13-04-06
Letzte Änderung: 13-04-06