Ob Akira oder Totoro - die neuen Ikonen der jungen Generation in aller Welt tragen das Label "Made in Japan". Die Dokumentation beschäftigt sich insbesondere mit den Zeichentrick- und Animationsproduktionen des heute schon fast zum Mythos gewordenen Ghibli-Filmstudios und seiner beiden genialen Animationsfilmer Hayao Miyazaki und Isao Takahata. Sie sind für Anime-Liebhaber das, was Kurosawa und Ozu für das japanische Realfilmkino sind.
Mit allen ihren Filmen, wie „Nausicaä”, „Laputa”, „Mein Nachbar Totoro”, „Pom Poko”, „Prinzessin Mononoke” oder „Chihiros Reise ins Zauberland” haben sie in den vergangenen 20 Jahren das japanische (Unter-)Bewusstsein entscheidend mitgeprägt - und erobern seit einigen Jahren auch zunehmend die Herzen junger Menschen in anderen Ländern der Welt.
Wie ein visuelles Labyrinth mischt der Dokumentarfilm reale Bilder traditioneller Landschaften Japans mit zahlreichen Ausschnitten aus Animationsfilmen und bisher nicht gezeigten Zeichnungen aus der Ghibli-Produktion. Der Film bedient sich einer Reihe von „spirituellen Reiseführern”, die den Zuschauer in die von Anime-Gestalten bevölkerte Zauberwelt mitnehmen und ihm mit ihren Erklärungen Hilfe zu deren Interpretation anbieten.
Im Film kommen unter anderem zu Wort: Joe Hisashi ist einer der bekanntesten Komponisten von Anime-Filmmusik. Takashi Murakami gilt als japanischer Andy Warhol. Seine Welt ist ein Fantasy-Panoptikum, bevölkert von bizarren Figuren und mutierten Mickeymäusen. Isao Takahata realisierte „Die letzten Glühwürmchen" und weitere Wunderwerke aus der Anime-Schmiede des Ghibli-Studios. Masuo Otsuka ist der Altmeister des japanischen Animationsfilms. Michel Ocelot inszenierte den Film „Kirikou”. Giannalberto Bendazzi ist der international renommierteste Animationsfilmexperte. Der Psychologieprofessor Masao Yokota analysiert die Psychologie von Anime-Figuren. Toshio Suzuki ist Produzent und Chef des Ghibli-Studios. Und der französische Comiczeichner Moebius alias Jean Giraud, eng befreundet mit Hayao Miyazaki, ist seit dem Erfolg von „Nausicaä” (1984) bemüht, dessen Filme einem breiteren Publikum nahe zu bringen. Miyazaki seinerseits hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass ihn die Comics seines französischen Kollegen stark beeinflusst haben. Die persönliche Begegnung dieser beiden Protagonisten der Comic- und Animewelt bildet den Höhepunkt des Films.
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Der Tempel der Tausend Träume
(Frankreich, 2004, 52mn)
ARTE F








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Ihre Meinungen
4 Kommentar(e)
Danke | Elli
15.04.2010 - 23:45
Ghibli faziniert - das ist ein Punkt der sich nicht bestreiten lässt. Und wie sehr Ghibli fasziniert wurde mir erst nach einem Besuch im Ghibli Museum in Tokyo klar - Jung und Alt tummelte sich durch ein buntes Sammelsurium von allen bisherigen Produktionen und nicht wie man meinen mag nur Personen im Grundschulalter
Danke. | Chihiro
11.04.2010 - 20:04
Vielen Dank für diese wunderbare Doku und natürlich auch die bisher gezeigten Ghibli-Filme. Über weitere Filme, Themenabende und Spezialsendungen über Studio Ghibli, Hayao Miyazaki, aber auch Takeshi Kitano würde ich mich in Zukunft sehr freuen.
Titel | Ihr Nickname
10.04.2010 - 15:42
schön, dass sich arte nach den vielen Japan-Reihen auch mal den animes widmet. Ich hätte mir nur gewünscht, dass mal nicht die Mainstream-Animes laufen, alle schon xmal auf Super-RTL liefen. Das beweist mal wieder wie schwer der Pakt mit Disney auf dem Anime-Markt liegt.
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