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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 29. Dezember 2005 - 11/08/08

Domino

Ein Film von Tony Scott


Actionmovie über
eine Kopfgeldjägerin

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img_petit_r_domino_2.jpg.imageDataSynopsis: Topmodel Domino (Keira Knightley) langweilt sich in ihrem Metier. Sie sucht nach neuen Abenteuern und findet diese – neben Drogenspielen - im aufregenden Beruf einer Kopfgeldjägerin.
 
Kritik: Tony Scott, der kleine Bruder des erfolgreicheren Ridley Scott zwängte schon immer seinen Filmen seinen unbedingten visuellen Stilwillen auf. Bei einigen seiner Filme mochte das ja noch angehen, weil sie auch eine Geschichte erzählen. Diesmal aber hat er es übertrieben: Sein gut zweistündiges visuelles Feuerwerk aus prasselnd schnellen Schnitten, ausgewaschenen Farbexperimenten und rasant gerissener Kamera überdeckt so gut wie jegliche Spur der Handlung.
 
img_petit_l_domino_1.jpg.imageData Die Schauspieler des Films sind eigentlich gut und passabel besetzt. Doch sie können sich noch so sehr anstrengen, sie schaffen es nicht, die Aufmerksamkeit des gestressten Zuschauers auf sich zu ziehen. Keira Knightly verkörpert dabei Domino. Zuletzt war sie in Fluch der Karibik neben Johnny Depp und Orlando Bloom zu sehen, und mit Domino übernimmt sie erstmals eine Rolle jenseits romantischer Klischeevorstellungen. Das steht ihr gut, sie meistert ihre Aufgabe, und geht dennoch dabei im dominanten visuellen Strudel unter.
 
img_petit_r_domino_1.jpg.imageData Domino beruht auf einer wahren Geschichte, die ein tragisches Ende besitzt. Domino ist die Tochter des Schauspielers Laurence Harvey (The Manchurian Candidate, 1962) und des Top-Models Sophie Wynn. Sie besaß, wovon Millionen Menschen nur träumen: Sie wurde Millionärin, als sie von ihrem Vater die Hardrock-Cafe-Kette erbte. Von ihrer Mutter wurde sie mit deren Schönheit beschenkt - Domino wurde ebenfalls Top-Model. Doch das reichte ihr nicht, sie suchte Abenteuer, experimentierte mit diversen Drogen. Schließlich fand sie ihre Lebensaufgabe im Beruf der Kopfgeldjägerin. Noch während der Dreharbeiten zu Domino wurde sie mit einer Überdosis tot in ihrer Badewanne in Los Angeles aufgefunden. Tony Scott sagt über sie: „Ich kannte Domino für zwölf Jahre, in denen sie mich unablässig inspirierte oder überraschte. Sie war ein Freigeist, wie ich es noch nie bei einem Menschen erlebt habe.“
 
img_petit_l_domino_2.jpg.imageData Sehr schade eigentlich, dass es ihm nicht gelungen ist, in seinem Film ein Porträt von ihr zu vermitteln. Sein Film mag zwar von ihrem Leben inspiriert sein, aber das ist auch schon alles. Ein Biopic ist Domino gewiss nicht. Auch sein Versuch der Medienkritik á la Oliver Stones Natural Born Killers ist gut gedacht, kommt aber ebenfalls nicht richtig zur Geltung. Domino und ihre drei Partner verschreiben sich einem zynischen TV-Magazin „The Bounty Squad“, die live bei den Aktionen der Kopfgeldjäger dabei sind. Moderatoren der Show sind zwei runtergekommene Ex-TV-Stars (Ian Ziering und Brian Austin Green) aus der „Beverly Hill 90210“-Serie, die sich selbst spielen. Doch auch dieser „side-effect“ greift nicht, da die dominante Videoästhetik des Films jeglichen Inhalt schluckt. Aber vielleicht findet sich ja noch mal ein sympathischer Dokumentarfilmer, der sich der Lebensgeschichte der Domino Harvey annehmen möchte.

Nana A.T. Rebhan

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Domino
USA 2005, 128 Min.
Regie: Tony Scott
Mit Keira Knightley, Mickey Rourke, Edgar Ramirez

Erstellt: 27-12-05
Letzte Änderung: 11-08-08