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Kino auf ARTE - 21/11/11

Der Leopard

(Il Gattopardo)
Spielfilm, Italien/Frankreich 1963
Regie: Luchino Visconti; Buch: Suso Cecchi D'Amico, Pasquale Festa, Giuseppe Tomasi Di Lampedusa, Pasquale Festa Campanile, Enrico Medioli, Massimo Franciosa, Luchino Visconti; Kamera: Giuseppe Rotunno; Schnitt: Mario Serandrei; Musik: Nino Rota; Produzent: Goffredo Lombardo, Pietro Notarianni
Mit: Burt Lancaster - (Fürst Don Fabrizio Salina), Claudia Cardinale - (Angelica Sedara/Bertiana), Alain Delon - (Tancredi Falconeri), Paolo Stoppa - (Don Calogero Sedara), Rina Morelli - (Fürstin Maria Stella Salina), Romolo Valli - (Padre Pirrone), Terence Hill - (Graf Cavriaghi), Pierre Clémenti - (Francesco Paolo), Lucilla Morlacchi - (Concetta), Ida Galli - (Carolina), Ottavia Piccolo - (Caterina), Giuliano Gemma - (Garibaldis General), Lola Braccini - (Donna Margherita), Marino Masé - (Tutor), Carlo Vanzano - (Paolo), Howard Nelson Rubien - (Don Diego), Serge Reggiani - (Don Ciccio Tumeo)

Italien, Mitte des 19. Jahrhunderts: Don Fabrizio, Fürst von Salina, arrangiert sich oberflächlich mit den aufstrebenden bürgerlich-liberalen Kräften, indem er seinen Neffen mit der Tochter des opportunistischen Bürgermeisters verheiratet. Gleichzeitig aber verweigert er seine Mitarbeit am neuen Königreich Italien.



Sizilien um die Mitte des 19. Jahrhunderts: Der konservative Don Fabrizio weilt mit seiner Familie beim Gottesdienst in der Schlosskapelle. In die Gebete und Litaneien dringen verworrene Rufe von draußen. Nach der Messe wird die kleine Gemeinde mit einer beunruhigenden Nachricht konfrontiert: Volksheld Garibaldi, Vorkämpfer für ein vereintes Italien, ist mit seinen "tausend Rothemden" in Marsala gelandet. Zur Überraschung seiner Standesgenossen stellt sich der Fürst, letzter Spross des uralten Geschlechts der "Leoparden", auf die Seite der neuen Herrschaft, der sich auch sein Neffe Tancredi angeschlossen hat.
Während eines Aufenthalts der Familie auf ihrem Landsitz in Donnafugata flirtet Tancredi mit Concetta, der ältesten Tochter des Fürsten Don Fabrizio. Dieser sperrt sich jedoch gegen eine eheliche Verbindung der beiden. Auf einem Empfang der Honoratioren von Donnafugata verliebt sich Tancredi in Angelica, die Tochter des Bürgermeisters Don Calogero Sedara. Don Fabrizio, der erkannt hat, dass die Vermischung der begüterten Bourgeoisie mit der zum Abstieg verurteilten Aristokratie nur noch eine Frage der Zeit ist, hat gegen diese Heirat keine Einwände.
Bald darauf entscheidet sich Sizilien für ein vereintes Königreich Italien unter König Viktor Emanuel II. Anlässlich eines großen Balles in Palermo wird Angelica von Tancredi und dem Fürsten in die aristokratische Gesellschaft eingeführt. Die Bourgeoisie hat Zugang zu Räumen gefunden, die ihr früher verschlossen waren. Die Zeit der unumschränkten Herrschaft einzelner Geschlechter über Menschen und Ländereien ist endgültig vorbei.

Luchino Visconti machte aus dem einzigen Roman von Giuseppe Tomasi Di Lampedusa ein monumentales, episch breites Filmkunstwerk. Er zeichnet ein scharfsichtiges historisches und gesellschaftliches Panoramabild, wobei seine Sympathie der überlebten Herrschaftsschicht gehört, die dem Volk näher stand als die bürgerlichen Emporkömmlinge. "Der Leopard" gilt vielen als Viscontis größtes Meisterwerk. Die Zeitung "The New Yorker" schrieb diesbezüglich: "Der Film ist der einzige, der die Aristokratie von innen zeigt. Visconti, der marxistische Graf, ist darin sowohl mitleidslos als auch liebevoll." Zusätzlich besticht der Film durch seine hervorragende Besetzung mit Burt Lancaster in der Rolle des Don Fabrizio Salina, Claudia Cardinale als Angelica Sedara und Alain Delon, der den Tancredi Falconeri verkörpert.
Passagenweise ist "Der Leopard" ein sehr melancholischer Film, der jedoch auf Larmoyanz und Pathos völlig verzichtet. Ein Großteil der 28 Millionen Mark Herstellungskosten entstanden wegen Viscontis Forderung nach einem strikten Realismus. Allein für die 20-minütige Ballsequenz am Schluss des Films benötigte der Regisseur 57 Drehnächte, ein Palais mit 218 Räumen, dessen Zentralraum von 2.000 Wachskerzen illuminiert wurde, 1.000 technische Mitarbeiter und 600 Komparsen - darunter sieben Grafen und 28 Barone und Baronessen. Die opulente Ausstattung wurde von Kameramann Giuseppe Rotunno in exzellenten Farbaufnahmen festgehalten. Im Jahre 1963 wurde der Film im Rahmen des Filmfestivals von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.
ARTE zeigt die vollständige, vom Regisseur autorisierte und in den vergangenen Jahren farbtechnisch restaurierte Fassung, die um einige fehlende Szenen ergänzt und nachsynchronisiert wurde.

Der Leopard
Mittwoch 30. November 2011 um 14.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Italien, Frankreich, 1963, 177mn)
NDR

Erstellt: 21-11-11
Letzte Änderung: 21-11-11

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