Synopsis
Der Schüler, eine Kombination aus Real- und Animationsfilm, basiert auf einer Geschichte von Matthias Egersdörfer, die Producer Frank Becher als Lesung im Nürnberger Lokalradio hörte. Der stilistisch assoziative Film kreist aus der Perspektive des kleinen Paul (Flavio Meyer) rund um das Thema „Schule“ und erzählt von Paul’s allmorgendlicher Überwindung, sich an den ungeliebten Ort zu begeben. Pauls Fantasiewelten werden durch die animierte Zeichnungen der Nürnberger Künstlerin Háta Hlavatá visualisiert.
Der Schüler wurde als Nachwuchsfilm vom FFF Bayern gefördert und Anfang September 2002 in Fürth, Nürnberg und Sulzbach-Rosenberg gedreht. Weitere Unterstützung kam vom Filmbüro Franken. Neben Auftritten auf rund 30 internationalen Filmfestivals erhielt
Der Schüler zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den ersten Preis beim Kurzfilmfestival Landshut und beim Rhode Island International Film Festival sowie den Sonderpreis der Jury beim Zagreb International Film Festival. Ausserdem wurde der Film mit dem Deutschen Kurzfilmpreis 2003 (Kategorie: bis sieben Minuten) ausgezeichnet.
Edina Kontsek (geb.1972) hat an der Filmakademie Baden-Württemberg studiert (Diplom 2000/ Fachbereich Dokumentarfilm Regie). Seither ist sie als Regisseurin und Autorin tätig.
Der Schüler ist ihre erste szenische Regiearbeit nach dem Studium.
Filmographie
1993 Traumatisches Spiel
1994 Just relieved
1994 A ca bella
1995 Bananenberti
1996 Mücke sticht
1998 Conny Cool
1999 Skunk
1997 Das Containerschiff Ville d`Orion1999 Hammerzart
Kommentar des Produzenten:
Wie kam es zu diesem Projekt?
Frank Becher: Es begann mit einer Lesung in einem regionalen Radiosender in Nürnberg, die ich zufälligerweise im Autoradio gehört habe. Ich war gerade in unserem Tonstudio, stieg ins Auto, habe das Radio angemacht und im gleichen Moment begann der Erzähler mit der Geschichte „Der Schüler“. Eine Minute später war klar, dass diese Geschichte die Voralge für unseren nächsten Kurzfilm sein wird.
Wer hat die Geschichte geschrieben?
Frank Becher: Der Autor ist Matthias Egersdörfer, der als Schauspieler in unserem letzten Film gespielt hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings nicht, dass er auch Kurzgeschichten schreibt, aber ich erkannte seine Stimme und kontaktierte ihn dann gleich.
Wann kam Edina Kontsek als Regisseurin dazu?
Frank Becher: Ich habe die Geschichte meinen CINEMANIAX!-Kollegen Angela Poschet und Robert Kellner vorgestellt und wir haben dann diskutiert, wer Regie führen könnte. Dass wir Edina fragen wollten war schnell klar. Wir kannten sie seit einigen Jahren und wussten auch, dass sie gerade keinen anderen Film plante. Wir waren uns sicher, dass sie die optimale Regisseurin für diesen Film mit seinem damals neunjährigen Hauptdarsteller ist. A propos Hauptdarsteller, wie seit Ihr auf Flavio Meyer gekommen?
Frank Becher: Edina hat einige kleine Castings mit Kindern gemacht, mit deren Ergebnis wir aber nicht so richtig zufrieden waren. Flavio war dann eine Idee von Edinas Mutter, die die Violinlehrerin von Flavio ist. Flavio war großartig.
Wie lange waren die Dreharbeiten?
Frank Becher: Wir haben fünf Tage gedreht. Wichtigste Location war ein aufgelassenes Fabrikgebäude, wo unsere Set Designerin Marion Schubert fast alle Innenlocations baute. Zusammen mit der Kamerafrau Angela Poschet versuchte sie eine Bildstimmung zu erreichen, die weder zeitlich noch örtlich einem bestimmten Jahrzehnt zuzuordnen ist.
“Der Schüler” ist eine Mischung auf Real- und Trickfilm. Wer hatte diese Idee?
Frank Becher: Das kam aus dem Team. Wir diskutierten lange, wie die Traumsequenzen realisiert warden könnten. Der Fakt, dass wir Hatá Hlavatá mit ihren Beziehungen zur Prager Animationsszene kannten, machte dann die Entscheidung recht einfach. Die Idee war, dass die Zeichnung einen kindlichen Charakter haben sollten. Hatá und Edina haben unzählige scribbles gemacht. Schließlich wurden die Animationen in den bekanntenKrasky studios in Prag gedreht.
Wie wurde der Film finanziert?
Frank Becher: Wir haben Förderung durch das Filmbüro Franken, a local und den FilmFernsehFonds Bayern erhalten. Trotzdem wäre der Film nicht entstanden, wenn das gesamte Team nicht auf Rückstellungsbasis gearbeitet hätte.