Die Farbenlichtspiele, 1922/23 von Ludwig Hirschfeld-Mack am Bauhaus in Weimar entwickelt, sind ein spektakuläres Werk der Moderne, farbige Licht-Projektionen auf eine Leinwand: Aus Kreis, Dreieck, Quadrat und den Farben Blau, Gelb und Rot entsteht eine Abfolge bewegter Bilder, die zu einer eigenes komponierten Musik rhythmisch miteinander verschmelzen. Dabei bedient eine Gruppe von Akteuren nach exakten Spielanweisungen einen Apparat mit beweglichen Schablonenöffnungen, durch die Farblicht projiziert wird; das auf eine Papierleinwand geworfene farbige Licht erscheint in seiner Nuanciertheit und Brillanz als malerischer Prozess.
Ausgehend von überlieferten Partiturskizzen - die im Bauhaus-Archiv erhalten sind - und zeitgenössischen Beschreibungen wurden die "Farbenlichtspiele" von einer Wiener Künstlergruppe unter Leitung der Performance-Künstlerin Corinne Schweizer und des Komponisten Peter Böhm in einer Gesamtlänge von 40 Minuten rekonstruiert; diese Rekonstruktion wurde inzwischen mehrfach in verschiedenen Museen, insbesondere Museen mit Sammlungen jüdischer Künstler, live vorgestellt. ARTE zeigt als erster Fernsehsender daraus zwei Teile, die farbige Sonatine Nr. 2 und das stumme Kreuzspiel in schwarz-weiß.Kurzbiographie des Regisseurs und Komponisten
Ludwig Hirschfeld-Mack (1883 - 1965), beginnt sein Studium 1919 an der Stuttgarter Akademie, sein Lehrer ist Adolf Hoelzel. Von 1920 bis 1925 studiert er am Bauhaus und ist Mitarbeiter in der grafischen Werkstatt. In den Jahren 1922/1923 initiiert Hirschfeld-Mack ein Farbenseminar orientiert an Wassily Kandinsky. Zeitgleich kommt es zur Entwicklung seines Hauptwerkes, den "Reflektorischen Farbenlichtspielen", eines von Hand gespielten Projektions-Lichtspiels, mit acht Lampen und Schablonen. 1935 zwingt ihn die politische Situation in Deutschland zur Emigration nach England. Zwischen 1938 und 1940 arbeitet Hirschfeld-Mack als Lehrer in England. Ab 1940 ist er als Lehrer in Australien tätig.








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