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Quo vadis, Kuba?

47 Jahre war der kubanische Revolutionsführer Fídel Castro an der Macht. Er hat aus Kuba jene sozialistische Republik gemacht, deren Zukunft heute ungewisser ist denn je.

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Mittwoch, 6. Februar 2008 um 21.00 Uhr - 01/02/08

Fidel Castro - Der Weg zur Macht

Seit einem halben Jahrhundert herrscht Fidel Castro auf Kuba und zwingt seinem Land einen spannungsvollen Zweikampf mit den USA auf. Aber was ist wirklich über ihn bekannt - außer dass sich um ihn die Legende des "Befreiungs-Heiligen" der Dritten Welt rankt, und dass er neuerdings wie der letzte Verteidiger des kommunistischen Systems wirkt?

Interview mit Regisseur Daniel Leconte
Ausschnitte aus "Fidel Castro - Der Weg zur Macht"

Fidel Castro - Der Weg zur Macht
Dokumentation, Frankreich 2004, ARTE F, Synchronfassung, Stereo, 54 Min.
Regisseur: Daniel Leconte
Wiederholung:
09.02.2008 um 14.00 Uhr
12.02.2008 um 09.55 Uhr

Fidel Castro Ruz wurde 1926 in dem kleinen Dorf Biran im Osten Kubas als Sohn eines aus Spanien eingewanderten und zu Reichtum gekommenen Grundbesitzers und eines Dienstmädchens geboren. Wegen seiner unehelichen Geburt musste er als kleines Kind den Familiensitz verlassen. Erst mit 18 Jahren erfuhr er den Namen seines Vaters. Castro absolvierte das Jesuitenkolleg Belén in Havanna, in dem die Söhne der angesehenen kubanischen Familien lernten. Dann studierte er an der Universität Havanna Jura und engagierte sich aktiv in der Studentenbewegung. Zum Revolutionär wurde er mit der Bildung der Guerilla-Armee M26-7, die nach dem von ihm geführten Angriff auf die Kaserne Moncada am 26. Juli 1953 benannt wurde - der ersten, gescheiterten Rebellion gegen das Batista-Regime.

Was fand der junge Fidel Castro, der davon träumte, die Welt zu verbessern, auf Kuba vor? Es war ein von dem korrupten und US-hörigen Diktator Batista ausgeplün- dertes Land, das - seit 1901 Republik - immer stärker unter den wirtschaftlichen Einfluss der aufstrebenden Macht USA geraten war. Der Weg des jungen Mannes schien vor- gezeichnet: Begegnung mit Ernesto "Che" Guevara im mexikanischen Exil, 1956 Rückkehr nach Kuba und gemeinsamer Marsch durch den Maquis der Sierra Maestra, Vergötterung durch die Armen, 1959 dann siegreicher Einzug in Havanna. Und dazu eine schöne Utopie für ein besseres Morgen. Kuba wird das Eldorado der Weltrevolution. Ob in Bolivien, Peru und Chile oder in Angola und Mosambik - fast jedes Mal, wenn sich ein Volk erhob und der Glaube an die Befreiung der Menschheit neu entfacht wurde, waren Castro und Che Guevara nicht weit. Doch heute, nach dem Fall der Mauer und dem Zusammenbruch der Sowjetunion, von der Kuba total abhängig war, sieht die Bilanz nicht mehr so rosig aus. Vielmehr bietet sich das Bild eines zerstörten Landes, in dem der "Máximo Líder" Castro eine Willkürherrschaft über sein ausgepowertes Volk ausübt.

Die Dokumentation zeigt unveröffentlichte Archivaufnahmen und Exklusiv- interviews mit Menschen aus Castros Umfeld, die Jugend und Aufstieg des "Máximo Líder" in ein neues Licht rücken. Fern der Legende ergibt sich daraus das Bild eines begabten Opportunisten und Vollblutpolitikers, für den das politische Geschäft samt seiner fragwürdigsten Seiten schon bald keine Geheimnisse mehr barg, und der sehr früh lernte, alle Formen der Gewalt zu nutzen, um sich potenzieller Konkurrenten zu entledigen.
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Fidel Castro - Der Weg zur Macht
Mittwoch, 6. Februar 2008 um 21.00 Uhr
Dokumentation von Daniel Leconte, Frankreich 2004, ARTE F, Synchronfassung, Stereo, 54 Min.

Erstellt: 20-07-06
Letzte Änderung: 01-02-08