Ebenfalls in Paris zeugen die "Big Brother Awards" von ähnlichem Widerstandsgeist: Alljährlich werden fünf Preise an Personen oder Unternehmen verliehen, die für besonders gravierende Eingriffe in die Freiheitsrechte verantwortlich sind. Jean Marc Manach, einer der Organisatoren der Zeremonie, spricht über die Entstehung der Bewegung und stellt seine Mitstreiter vor.
Die Mitglieder der Berliner Gruppe "Quintessenz" bezeichnen sich selbst als "Hacktivisten". Sie zeigen, wie man sich in ein Videoüberwachungssystem der Polizei einhacken und ein ganzes Kameranetz lahm legen kann. Mit einem Satellitenempfänger fangen sie Kamerabilder ab. Warum tun sie das? Um "Big Brother" keine Chance zu lassen.
In Berlin befindet sich auch der "Chaos Computer Club", das bekannteste Netzwerk "harmloser" Hacker. Im Januar 2006 lüfteten sie das Herstellungsgeheimnis des ersten "RFID-Killers", genannt RFID-ZAPPER. Jeder kann fortan ganz einfach ein kleines Gerät herstellen, das durch ein elektromagnetisches Feld Mikrochips zerstört. Nach Auffassung der Clubmitglieder werden RFID-Tags in unserem Leben bald allgegenwärtig sein. Es war daher höchste Zeit, ein Verfahren zur Ausschaltung dieser "Spione" zu entwickeln.
In Los Angeles wurde Ian Clarke bereits als genialer Erfinder von "Freenet" zur Legende: Es handelt sich um eine 100 % verschlüsselte und vollständig anonyme Alternative zum Internet. Obwohl es noch recht wenig bekannt ist, soll dieses "Darknet" bereits zwei Millionen Nutzer angezogen haben. Der gebürtige Ire Ian Clarke, ein Fachmann für künstliche Intelligenz, tritt vor allem gegen die Kontrolle des Internets ein: "Eine Demokratie stützt sich auf ihre Wähler, um die Regierung zu legitimieren. Doch wenn die Regierungen kontrollieren können, welche Informationen die Wähler erreichen, dann wird die Demokratie verfälscht. Auf Freenet findet man z.B. Freesites von chinesischen Regimegegnern, geheime Handelsabkommen der Scientology-Kirche, Enthüllungen über das elektronische Wahlsystem Diebold in den Vereinigten Staaten usw." Im Hintergrund überwachen Dutzende Riesenantennen wie gigantische Ohren pausenlos den E-Mail-Verkehr in der ganzen Welt.
Der Film zeigt Beispiele für individuellen und kollektiven Widerstand, wobei jeweils eine besonders charakteristische Aktion oder Kampagne im Vordergrund steht."Resistant.Com" versteht sich als filmisches Manifest und stellt sich bewusst auf die Seite der Opponenten. Auch in der Machart des Films kommt der Kampf gegen die allgegenwärtige Überwachungsmacht zum Ausdruck. Die Regieführung macht deutlich, dass die Aktivisten gewollt im "Untergrund" operieren. Kontrapunktisch dazu stehen die wie Laborversuche anmutenden nachgestellten Widerstandsaktionen.
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