Von Vincent Reynaud, Jean Lapierre und François Reinhardt
ARTE GEIE / Hikari Productions - Frankreich 2006 - (12’)
Zwei Monate nach dem Putsch der Generäle am 19.September herrscht Ruhe in Bangkok. Der Amtsenthebung des Ministerpräsidenten Thasin Shinawatra folgte kein Blutvergiessen und keine Massenverhaftungen. Einige kritische Stimmen innerhalb der internationalen Staatengemeinde, die die thailändische Demokratie in Gefahr sahen, sind verstummt, kaum ein Tourist hat sich für ein anderes Reiseziel entschieden, auch die übrigen Geschäfte gehen reibungslos weiter.
In der Hauptstadt sind es lediglich die Studenten des „ Komitees vom 19.September“, die der allgemeinen Gleichgültigkeit im Lande nicht folgen wollen. Sie verweisen auf frühere Übergriffe der Armee und verurteilen diesmal die massive Einschränkung der Pressefreiheit durch die Armeeführung. Gleichzeitig wird dem Königshaus vorgehalten, einseitig Position für die Militärs bezogen zu haben, die die weitverbreitete Korruption innerhalb der politische Klasse Thailands duldeten.
ARTE-Reporter beobachten die kritischen Studenten bei ihren verschiedenen Aktivitäten, die auch die Hintergründe des Putsches vom 19.September erhellen.
Mexiko : Oaxaca im Ausnahmezustand
Von Michael Enger – ARTE GEIE – Deutschland 2006 - (12’)
Oaxaca in Südmexiko ist ein beliebtes Touristenziel, sein historisches Stadtzentrum mit kolonialem Gepräge, die farbenprächtigen Märkte und die Pyramiden von Monte Alban locken Besucher aus allen Erdteilen an. Doch seit einigen Wochen bleiben die Fremden aus, die rebellische Stadt ist im Ausnahmezustand. Die Bewohner von Oaxaca haben einen Aufstand gegen ihren Gouverneur Ulises Ruiz begonnen, dem sie Misswirtschaft, Korruption und massive Verletzungen der Menschenrechte vorhalten. Auslöser der Protestwelle war Mitte Juni ein Einsatz gegen streikende Lehrer, die bessere Arbeitsbedingungen und eine deutliche Anhebung ihrer Gehälter forderten. Der nach Gutsherrenart regierende Gouverneur liess die Blockaden der Lehrer im Stadtzentrum mit brutaler Polizeigewalt räumen. Inzwischen haben sich über 80 Organisationen zu einem breiten sozialen Bündnis zusammengeschlossen, Bauern, Gewerkschafter und auch Staatsbedienstete haben sich mit den 70.000 Lehrern solidarisiert.
Die Streikenden haben den Gouverneur kurzerhand für abgesetzt erklärt. Doch Ulises Ruiz antwortete mit Verhaftungen und neuer staatlicher Gewalt, die offenen und versteckten Attacken haben Tote und Verletzte gefordert. Das hat den Widerstand noch erbitterter gemacht. Die Aufständischen haben inzwischen mehr als 20 öffentliche Einrichtungen durch Strassenbarrikaden blockiert, eine Polizeikaserne, das Gerichts- und Parlamentsgebäude werden von Demonstranten umlagert.
Doch Ulises Ruiz weigert sich hartnäckig zurückzutreten. Verhandlungen der Lehrergewerkschaft mit der Bundesregierung in Mexiko-Stadt verliefen bisher ergebnislos, der Ausgang des Konflikts bleibt völlig offen.
Tschetchenien: Der Kadyrow-Clan
Von Vincent Prado – ARTE GEIE / Ligne de Mire Production – France 2006
Im Frühjahr 2006 wurde Ramasan Kadyrow von Präsident Wladimir Putin zum Ministerpräsidenten Tschetcheniens ernannt. Mit seinen 29 Jahren ist er jetzt der starke Mann in der Kaukasusrepublik, die ihrerseits zur Russischen Föderation gehört. Der Newcomer in der tschetchenischen Politik – wo inzwischen Jeans eher verbreitet sind als Krawatten – ist jedoch kein unbeschriebenes Blatt. Schon zu Zeiten seines Vaters, dem 2004 ermordeten Präsidenten, führte er die berüchtigten „Kadyrowtsi“-Milizen. Zunächst kämpfte er gegen die Russen – heute steht er in vorderter Front gegen die Unabhängigkeitskämpfer und die „Wahabiten“. Kadyrow Junior kontrolliert das Land mittels Dollars und Kalaschnikows. An die Mullahs verteilt er neue Autos – an die besten Studenten des Landes 1000 Dollar in bar. Riesensummen in einem Land, wo 80 Prozent Arbeitslosigkeit herrscht und Angst vor Entführungen.
Diesen Oktober wird Ramsan Kadyrow 30 Jahre alt, die gesetzliche Voraussetzung um zum Präsidenten gewählt zu werden. Und schon ist von Putins Tschetchenienberater zu hören: “Kadyrow vereinigt die politische, militärische und wirtschaftliche Macht im Land.“
Die Reporter von ARTE Reportage konnten einige Tage lang Ramsan Kadyrow begleiten und ein Portrait dieses jungen voraneilenden Mannes zeichnen. Seine Luxusvillen, seinen riesigen Bauprojekte und deren okkulte Finanzierung, sein Erdölbusiness und die Petrodollars, seine schmutzigen Aktionen – all dies erzählt die Reportage über den neuen Chef des „Kadyrow-Clans“.









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Thaïland Ruhe nach dem Putsch
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