In Frankreich- 21 561 ausländische Studenten in Frankreich.
- 20 519 französische Studenten im Ausland.
In Deutschland- 22 427 ausländische Studenten in Deutschland.
- 17 273 deutsche Studenten im Ausland.
In ganz Europa-120 000 Studenten pro Jahr.
- 1,5 Millionen in zwanzig Jahren.
Die am häufigsten gewählten Länder sind:
Die Franzosen wählen vor allem Spanien, Großbritannien und Deutschland.
Die Deutschen wählen vor allem Spanien, Frankreich und Großbritannien.
Zahlen & Fakten
Trotz des Erfolgs des Erasmus-Programms äußert sich das unabhängige europäische Forschungsinstitut Bruegel besorgt. Im Jahr 2006 (also vor dem EU-Beitritt Bulgariens und Rumäniens Anfang 2007) gaben die damals fünfundzwanzig EU-Mitgliedsstaaten im Hochschulwesen durchschnittlich8.700 Euro pro Student aus, während es in den USA 36.500 Euro waren. Um diesen Rückstand aufzuholen, müssten die europäischen Länder jährlich mindestens 1 % ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) zusätzlich zur Verfügung stellen. Außerdem müssten sie ihren Universitäten mehr Autonomie zugestehen und sie zugleich zur Modernisierung ihres Verwaltungsapparates anregen, um gegenüber den USA konkurrenzfähig zu bleiben.
Erasmus entdeckte die bildenden Künste, die lateinische Literatur und die Malerei im Augustiner-Chorherrenstift Steyn bei Gouda, das die beste klassische Bibliothek von Holland besitzt. 1492 im Jahr, der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus, wird er vom Bischof von Utrecht zum Priester geweiht. Aber unter geschickten Vorwänden erhält er von zwei aufeinanderfolgenden Päpsten eine Befreiung, um das Priestergewand und das Fasten an den Nagel zu hängen. Mit sechsundzwanzig Jahren gelingt es ihm der geschlossenen Welt des Klosters zu entkommen, da er als lateinischer Sekretär den Bischof von Cambrai nach Italien begleiten soll. Doch in letzter Minute verschiebt der Bischof seine Reise, was Erasmus erlaubt, viel Zeit mit den Studien der lateinischen und religiösen Klassiker zu verbringen, denen er sich mit Leidenschaft widmet. Er nutzt seine neu gewonnene Freiheit auch dazu, an seinem ersten Werk zu arbeiten: Antibarbari, gegen die Sprachbarbaren, das bereits von der Bekämpfung der Unwissenheit, der Arroganz und dem menschlichen Wahnsinn handelt. Der Bischof von Cambrai verzichtet definitiv auf seine Reise und benötigt daher keinen Sekretär mehr. Erasmus, der bereits den Geschmack der Freiheit gekostet hat, will auf diese nun nicht mehr verzichten. Er täuscht mit unbändigem Ehrgeiz vor, sein religiöses Studium in Paris fortsetzen zu wollen und erhält dafür ein Stipendium seines Beschützers, aber ein so mageres Stipendium, dass Erasmus seinen Wohltäter als „Antimäzen“ bezeichnet!
Am College Montaigu, auf dem Berg Sainte-Geneviève im Quartier Latin, sind die herrschenden hygienischen Zustände ein wahrer Greuel. Die abscheuliche Nahrung und die ihm auferlegten asketischen Regeln für Religiöse isolieren ihn vollständig von seinen konfessionslosen Kameraden, die ein fröhliches Leben führen. Außerdem findet er die Lehre der Scholastik geschmacklos. Erasmus erkrankt und verzichtet nach seiner raschen Genesung darauf, Doktor der Theologie zu werden. Er entschließt sich, junge vermögende Studenten in Englisch und Deutsch zu unterrichten, um für seine Bedürfnisse aufzukommen und vor allem um nicht an das College zurückzukehren. Schon jetzt kommt der Weise, der unabhängige Intellektuelle unter dem Priester zum Vorschein. Lange Jahre zieht er es vor, sich eher mit Spenden, sogar mit Almosen zufriedenzustellen, als von den Mächtigen abhängig zu sein. Das hindert ihn nicht daran, Holland, England, Italien, Deutschland und die Schweiz zu durchqueren. Mit dreißig Jahren fühlt er sich in England schließlich in seinem Element. Er kehrt den mittelalterlichen Disziplinen, denen er von seiner frühsten Jugend an ausgesetzt worden war, definitiv den Rücken. Von nun an lernt er Reiten, Jagen, sich mit Eleganz zu kleiden und wird der Freund von Persönlichkeiten ersten Rangs, wie z.B. Jurist Thomas More und sogar der junge König Henri VIII. Dennoch, auch nach der heilsamen Entdeckung Englands bleibt er dort nicht verwurzelt.
Erasmus ist, so wie es Zweig unterstreicht, der erste Europäer und der erste bewußte Weltbürger. Sein ganzes Leben bekämpft er den Fanatismus in all seinen religiösen, nationalen und philosophischen Formen. Er lehnt jede Vorrangstellung einer Nation vor der anderen ab und zieht es vor, sich an jede der Eliten in lateinisch zu wenden, die Sprache, die er zur gemeinsamen Sprache des kultivierten Europas macht, die einzige, die in seinen Augen etwas wert ist. Dieser humanistische Idealist glaubt an die Macht der Kultur, den Frieden und die Zivilisation angesichts des Krieges und der Barbarei zu konsolidieren. Auf dem Höhepunkt seines Meinungsstreits mit seinem Gegner Luther, der ihm den ersten Platz im Herzen seiner Zeitgenossen raubt, beharrt er auf seinen Positionen und weicht vor nichts zurück.
Claire A. Poinsignon
Quelle:
Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdamvon Stefan Zweig
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt, 2006
187 Seiten - EUR 8,95
ISBN: 3596222796








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Erasmus, das europäische Programm für Hochschulaustausch, das 2007 seinen zwanzigsten Geburtstag feierte, hat es 1,5 Millionen Studenten ermöglicht im Rahmen ihres Studiums ins Ausland zu gehen.Und es lässt Millionen andere träumen, von ihren Freunden und Familien ganz zu schweigen. Es ist das einzige durch Brüssel finanzierte Programm, das nach dem Erscheinen des Films „L' Auberge Espagnole - Barcelona für ein Jahr“, des französischen Regisseurs Cédric Klapisch, eine Art Mythos geworden ist.
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