Ende der 90er Jahre wurde Mohammed Fazazi Imam der Al-Quds-Moschee in Hamburg. Im Januar 2000, in den letzten Tagen des Fasten- monats Ramadan, hielt Fazazi im Gebetsraum der Moschee mehrere "Lektionen" bei denen die Anwesenden Fragen zu verschiedenen Aspekten des Lebens stellen konnten. Diese Sitzungen wurden von einer unbekannten Person auf Video aufgenommen und in der Buchhandlung der Moschee, aber auch in Buchhandlungen außerhalb vertrieben.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington wurde bekannt, dass drei der vier Selbstmordpiloten, aber auch andere Personen, die der so genannten Hamburger Gruppe zugerechnet werden, regelmäßig die Al-Quds-Moschee besucht haben und in engem Kontakt zu Fazazi standen.

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Im Juni 2003 wurde Fazazi von einem marokkanischen Gericht zu 30 Jahren Haft verurteilt. Er wurde in Verbindung mit den Anschlägen in Madrid und Casablanca gebracht. Fazazi weist alle Vorwürfe von sich. In Deutschland ist gegen ihn nie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.
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[Zusatzinfo] : Romuald Karmakar wurde 1965 in Wiesbaden geboren. Nach mehreren Kurz- und Dokumentarfilmen drehte er 1995 seinen ersten Spielfilm "Der Totmacher" (1995), der mit drei Deutschen Filmpreisen in Gold und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Der Hauptdarsteller Götz George erhielt in Venedig den Preis für den besten Darsteller. Es folgten unter anderem "Das Frankfurter Kreuz" (1998), "Manila" (2000, Silberner Leopard, Bayerischer Filmpreis), "Das Himmler Projekt" (2000, Adolf- Grimme-Preis-Spezial, 3sat-Dokumentarfilmpreis), "196 bpm" (2003), "Die Nacht singt ihre Lieder" (2004), "Between the Devil and the Wide Blue Sea" (2005, ARTE Dokumentarfilmpreis) sowie "Hamburger Lektionen", der mit dem 3sat-Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet wurde.
Stimmen aus der Presse:
"Das ist der ganze Film - zwei, drei Bilder und der lange Text. Keine Musik. Nichts wird nachgestellt, niemals getan, als ob. Was einmal Propaganda war, wird in Karmakars abstraktem Setting zum Dokument aus einem hermetischen Universum mitten in Deutschland, das in dieser Kargheit in vollkommener, brutaler Klarheit vor uns steht: die Lektionen eines Hasspredigers" (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. September 2007).
"Im Grunde macht Karmakar das, was er immer gemacht hat - beobachten, sehr genau hinhören, ein Kammerspiel des leisen Grauens inszenieren, das das Innerste nach außen kehrt, eine Psyche aus den Eigenen Worten entstehen lässt" (Süddeutsche Zeitung, 20. September 2007).
"Karmakar macht das Denken der Islamisten sichtbar durch äußerste Bildaskese" (Die Welt, 19. September 2007).







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