Mang'Arte: Dein Manga „Catwalk“ spielt – wie der Name bereits andeutet – in der Welt der Mode. Wie und warum bist Du auf diese Idee gekommen?Als mir der Vertrag bei Egmont Manga & Anime (kurz: EMA) angeboten wurde, wollte ich vorerst eine Kurzgeschichte zeichnen, um zu sehen, ob mir das Mangamalen unter Zeitdruck überhaupt Spaß macht oder nicht. Deshalb entschied ich mich für Catwalk. Die Idee zu diesem Manga hatte ich schon länger im Kopf, nur waren damals die Charaktere anders besetzt und ich wollte den Schwerpunkt komplett auf Mode legen. Inzwischen ist Catwalk abgeschlossen, die Anfangsidee wurde zwar beibehalten, aber an einigen Stellen entschieden umgeändert, sodass die Hauptpersonen und ihre Vorgeschichten in den Vordergrund gerückt sind.
Mang'Arte: Ort der Handlung ist die Metropole Xela-City. Wie kann sich der Leser diese Stadt vorstellen? Hast Du Dich dabei von einer realen Stadt inspirieren lasen?
Xela-City ist eine Insel, irgendwo im pazifischen Ozean, wo es niemals kalt wird und wo die Modedesigner Ideen am laufenden Band bekommen. Grund dafür sind die Jugendlichen, die sich an Trends orientieren und diese stets weiterentwickeln. Schon allein an dieser kleinen Beschreibung kann man erkennen, dass es diese Stand so nicht geben kann, aber da mir ein Ort gefehlt hat und ich keine konkrete Stadt nehmen wollte, erschuf ich etwas völlig Neues. Vorbild für Xela-City war Tokyo und Paris.
Mang'Arte: Als Du Egmont Manga & Anime Dein Konzept zu Deinem Manga „Catwalk“ vorgestellt hat, wurden an einigen Stellen Änderungen vorgenommen, so auch bei den Namen. Was genau wurde damals abgeändert?So genau weiß ich das nicht mehr, da ich die Geschichte vor mehr als 2 Jahren vorgestellt habe. Ich kann mich aber erinnern, dass wir ein halbwegs offenes Ende entworfen haben, auch sollte die Mode nicht immer in den Vordergrund gerückt werden. Als ich dann die Geschichte gezeichnet habe, fing ich von alleine an, einige Szenen umzuändern, weil man einige Handlungen zeichnerisch nicht immer so darstellen kann, wie man es gerne haben möchte.
Mang'Arte: Kannst Du kurz zusammenfassen, worum es in „Catwalk“ geht? Was ist Deiner Meinung nach das Besondere an diesem Manga?
Catwalk handelt über ein junges Albino-Mädchen, Blanche, die zufällig auf der Straße angesprochen wird. Sie sieht einem verschollenen Model, Rouge, sehr ähnlich und soll deshalb in ihre Rolle schlüpfen und für die größte Modeagentur auf der ganzen Welt arbeiten. Catwalk hat viele Schwerpunkte, da sind einmal die Schattenseiten des Modelberufes und der Umgang mit dem eigenen Aussehen. Da Blanche ein Albino ist, also weißes Haar und rote Augen, muss sie oft mit unfreundlichen Reaktionen rechnen. So entwickelt sich der Hauptcharakter im Laufe der Zeit und lernt, was es heißt, selbstbewusst zu sein.
Mang'Arte: Du forderst in Deine Manga-Leser dazu auf, Dir Vorschläge von Stars zu schicken, die dann einen Gastauftritt im nächsten „Catwalk“-Band erhalten. Wie war die Resonanz auf diese Idee bisher? Gibt es Vorschläge, die besonders häufig auftauchen?
Die Idee zu diesem Aufruf war sehr spontan! Ehrlich gesagt habe ich nicht mal mit einer einzigen Einsendung gerechnet. Dem war aber nicht so, bei den vielen Signierstunden sind die Leser alleine auf mich zugekommen und haben mir ihre Wunschlisten überreicht. Es kamen auch Wunschlisten per Mail und über viele Internetforen. Irgendwann habe ich angefangen eine Strichliste zu führen, es waren Stars aus aller Welt dabei, aber die japanische Konkurrenz hat am Ende gesiegt.
Mang'Arte: Wie viele Bände von „Catwalk“ sind bisher geplant?Catwalk ist mit zwei Bänden abgeschlossen.
Mang'Arte: An einigen Stellen in „Catwalk“ sind Foto-Ausschnitte zu sehen. Warum dieses ungewöhnliche Element?
Ich habe an einigen Stellen Fotos eingefügt, weil mir beim ersten Projekt einfach die Zeit gefehlt hat, um anständige Hintergründe zu malen. Das habe ich im zweiten Band aufgeholt, deshalb findet man dort auch kein einziges Foto mehr.
Mang'Arte: Wie würdest Du selbst Deinen Manga-Zeichenstil beschreiben? Was charakterisiert Dich als Mangaka?
Da ich seit meinem 14. Lebensjahr Karikaturen für eine Tageszeitung zeichne, ist der Stil automatisch in meinen Mangastil eingeflossen. Ich mache beispielweise sehr starke Konturen und schattiere die Figuren komplett mit Tusche. Außerdem versuche ich, die Haare so menschlich es geht zu zeichnen und die Augen sind weniger groß als bei üblichen Mangafiguren. Charakteristisch sind auch die ungewöhnlichen Klamotten der Figuren, da mir Mode sehr viel
bedeutet.Mang'Arte: Welche künstlerischen Projekte hast Du für das Jahr 2007 geplant?
Ich sitze gerade eben an einer Kurzgeschichte, nähere Infos dazu wird es bald auf meiner Homepage www.xela-city.de geben, vorerst bleibt noch alles geheim...
Interview wurde von Patricia Czarkowski durchgeführt. Dezember 2006








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