21.00 Uhr: Pat Garrett & Billy the kid
Sheriff Pat Garrett jagt und tötet seinen früheren Freund William Bonney alias Billy the Kid, eine historische Gestalt des amerikanischen Westens, die zu einer beliebten Leinwandfigur avancierte und dabei immer mehr zum Kinohelden verklärt wurde. Peckinpahs "Spätwestern" kam zunächst in einer vom Produzenten umgeschnittenen und um 16 Minuten gekürzten Fassung ins Kino, welche unpersönlich und plakativ die Gewalttaten der Menschenjagd ausstellt, ohne sich um die auslösenden Motive zu kümmern.Die vom damaligen Cutter Spottiswoode weitestgehend rekonstruierte Originalfassung - 1992 in einer neuen Synchronisation erstmals vom Fernsehen unter dem Titel "Pat Garrett und Billy the Kid" ausgestrahlt - akzentuiert mit der wiederhergestellten Rahmenhandlung die historischen Fakten der bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen ebenso wie die sozialen und politischen Details. Damit kommt Peckinpahs ursprüngliche Absicht wieder zum Vorschein - ein wehmütiger Abgesang auf den alten Westen.
(Film von Sam Peckinpah mit J.Coburn, B.Dylan 120’ - 1973)
23.00 Uhr: No direction home
Bob Dylan spricht! Nach zwei Jahrzehnten, in denen er sich vor laufenden Kameras nur durch Schweigen äußerte, öffnet sich der große Folk-Poet in einem dreieinhalbstündigen Film dem großen Regisseur Martin Scorsese.Scorsese, der vor allem durch Spielfilme wie „Goodfellas“, „Gangs Of New York“ oder „Aviator“ zu Weltruhm gelangte, hatte schon immer ein Faible für Musikthemen. Er arbeitete an der „Woodstock“-Dokumentation mit, drehte den Meilenstein „The Last Waltz“ über das letzte Konzert der Folk-Blueser The Band und sorgte zuletzt mit seiner grandiosen siebenteiligen „Reihe The Blues“ für Schlagzeilen.

>> Bob Dylan: Offizielle Website
>> Bob Dylan - Subterranean Homesick Blues auf You Tube
Buch
"Chronicles Volume one"
Von Bob Dylan
Hoffmann und Campe

Man bekommt frühe Vorbilder wie Gene Vincent und Muddy Waters zu Gesicht, ist bei frühen Auftritten Dylans dabei, taucht in den einzigartigen kulturellen Schmelztiegel Greenwich Village ein und wird Zeuge, wie Dylan in Pressekonferenzen die Journalisten mit schnodderigen Gegenfragen in den Wahnsinn treibt. Die neuen Interview-Sequenzen mit ihm sind zwar durchaus interessant (manchmal lacht der große ernste Schweiger sogar), über sein Privatleben verrät Dylan aber nach wie vor nichts, die ebenfalls aktuellen Gespräche mit Zeitgenossen wie Joan Baez, Allen Ginsberg, Al Kooper und Pete Seeger erhellen die Person Dylan deutlich besser. Und es gibt auch - das wird den mundfaulen Dylan freuen - viel Musik zu hören. Einer der Schwerpunkte des Films sind die immer wieder eingeschobenen Auszüge aus einem 1966er Konzert in London, bei dem der gottgleich verehrte Folk-Barde ausgebuht wurde, weil er elektrisch verstärkt und mit einer Begleitband auf die Bühne ging. Diese Streiflichter und die Ausschnitte aus den Newport Folk Festivals der Jahre 1963 bis 1965 mit Musikern wie Howlin´ Wolf und Johnny Cash gehören zu den Höhepunkten eines zu keinem Zeitpunkt schwachen Films, der ein wenig aufräumt mit dem Mythos Dylan, aber nie den exponierten künstlerischen Stellenwert des größten singenden Dichters des 20. Jahrhunderts in Frage stellt.
(Dokumentation von Martin Scorcese - 204’)









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