Der 11. September 2001 – ein Albtraum. Bilder, die wir sonst nur aus Filmen kannten. Aber schockiert hat uns ja eigentlich nur die Tatsache, dass plötzlich alles real war! Im Kino hätte uns so was nicht umgehauen! Der Kurzfilm „Just like the movies“ besteht nur aus Szenen aus Katastrophen-Blockbustern. Aneinander geschnitten entsteht so der Tag des Anschlags. Die Bilder aus Armageddon, Godzilla oder Deep Impact bekommen, nach dem 11. September, eine völlig neue, eine prophetische Bedeutung.Für den Regisseur von „Just like the movies“ Michal Kosakowski, sind Videotheken fast so was wie sein Wohnzimmer. Seit seinem 14. Lebensjahr macht er Filme und kennt alles, was Hollywood jemals auf die Leinwand gebracht hat. Sein Geld verdient er mit Werbefilmen – doch manchmal ist auch Zeit für Kunstprojekte wie „Just like the movies“. Wie viele andere, hatte auch er am 11. September ein Deja Vu. Kosakowski sichtete über 600 Katastrophenfilme, um in seinem Film dem Grauen des 11. September möglichst nahe zu kommen. Im April war Premiere von „Just like the movies“ in München. In einer begleitenden Ausstellung hat Kosakowski die Bilder gegenübergestellt, bei denen die Ähnlichkeit zwischen Realität und Fiktion besonders deutlich wird. Er liefert damit den Beweis: Hollywood wurde von der Realität eingeholt. Die Ähnlichkeiten sind schockierend.
Man hört keine Boom Effekte, keine Schreie oder Explosionen. Stattdessen verbindet Stummfilmmusik die ganzen Filmschnipsel. Für Kosakowski ist diese Art der Musik der Link zum Thema Wahrnehmung von Fernseh- und Kinobildern.
Kosakowski zeigt auch Abläufe der Katastrophe, die wir so nicht sehen konnten. Sein Film bündelt die Visionen der Filmemacher aus der Traumfabrik.
Der Film
Just Like The MoviesÖsterreich 2005, DVD, 21 Minuten
Buch, Regie und Schnitt: Michal Kosakowski
Musik : Paolo Marzocchi
>> Mehr Informationen zum Film
Die Ausstellung"Just like the movies" von Michal Kosakowski
Videoinstallation mit Musik von Paolo Marzocchi
bis zum 25. Mai 2006
Lothringer13 - München
>> Offizielle Website des Lothringer13
Der Film rekonstruiert die Ereignisse in New York anhand von Bildern aus insgesamt 52 Hollywood-Spielfilmen. Aus 418 Filmszenen zusammengeschnitten, ergibt sich ein "Spielfilm" von eindringlicher Direktheit mit beunruhigend vertrauten Bildern.
Links>> "Just like The Movies" bei nosugar-added
>> Website von Paolo Marzocchi
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TRACKS
Eine Reportage von Heiko Hinrichs
Donnerstag, den 18. Mai 2006 um 23.50 Uhr
Wiederholung am Dienstag, den 23.05 um 01.05 Uhr
Redaktion: BR
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