Reactable - Music Technology Group
Am Anfang dieser technischen Revolution steht die Universität von Barcelona und ihre 50 Musikwissenschaftler. Zwischen den internationalen Branchenriesen entbrennt bald ein Kampf um deren Patente. Hier wurde die Software für Vokalsynthese und ein Verfahren zum Abspielen von Musik für MP3-Player entwickelt. Hier konzipieren vier Forscher den ReacTable. Geistiger Vater des Projekts ist der 46jährige Sergi Jordà, Doktor der Physik und passionierter Free-Jazz-Saxophonist. Sergi und sein Team haben bereits rund 100 Konzerte in 25 Ländern gegeben. Sie arbeiten nun an einer Version des ReacTable für die breite Masse; bislang steht das digitale Musikspielzeug nur Björk und einigen Museen zur Verfügung.
Rémi Dury - KRL
Der Komponist, Interpret und Musikdozent Rémi Dury entwickelte das Konzept der „elektronischen Laute“ für einen Prototypen von „KRL“. Diese High-Tech-Klarinette ist mit einer Software für Musikkomposition ausgestattet. KRL, der beim letzten Octopus-Festival für Instrumentenerfinder vorgestellt wurde, soll schon im Herbst auf den Markt kommen.Rémi Dury: "Man fühlt sich sehr frei, wenn man sich einfach so auf der Bühne bewegen kann, ohne Kabel. Außerdem handelt es sich um ein Instrument, das viele äußerst empfindliche Sensoren hat. So kann man ganz zarte Berührungen mit den Fingerspitzen mit ausladenderen Gesten wie einer solchen Drehbewegung kombinieren, die von dem Beschleunigungsmesser erfasst werden, der ebenfalls in den Korpus des Instruments eingebaut ist."
Toshio Iwai - Tenori-on
Der 46jährige japanische Performancekünstler Toshio Iwai - Guru der Random Music - stellte in Paris in April seine neueste Kreation in der Pariser Cité de la Musique vor: das Tenori-On. Toshio Iwai: "Tenori-on bedeutet so viel wie “Klang in deiner Handfläche“. Diesen Ausdruck verwendet man in Japan, wenn sich ein kleines Tier, zum Beispiel ein Käfer, eine Maus oder ein Eichhörnchen, in die Hand schmiegt und seinen Gesang anstimmt. So wie schon Norman McLaren durch die Malerei seine eigene Musik geschaffen hat, sehe ich mich selbst auch: Ich bin ein visueller Künstler. Ich musste also eine Möglichkeit finden, meinen musikalischen Schöpfungsdrang auf andere Weise auszudrücken."
Für Trickfilmfan Toshio Iwai ist Norman Mc Laren ein Idol. Weil er sich damals keine Kamera leisten kann, erzeugt der aus Schottland stammende Kanadier in den dreißiger Jahren seine ersten Filme, indem er Zelluloidstreifen bemalt und abkratzt. Seine Trickfilme untermalt er mit passender Musik. 1952 dreht er dieses kleine Meisterwerk, den Antikriegsfilm Neighbours. Toshio Iwai wandelt schon früh auf den Spuren von McLaren. Bei Otocky, einem Videospiel von 1987, wird durch die Aktionen des Spielers Musik erzeugt. 20 Jahre später, entdeckt Iwai Electroplankton für sich, eine Reihe von kleinen Musikspielen, bei denen sich die Melodie durch Berührung des Touchscreens der Konsole ergibt.Das letztes Jahr in England auf den Markt gekommene Tenori-on ist heute weltweit für das lächerliche Sümmchen von 900 Euro zu haben. Als selbsternanntes „Musikinstrument des 21. Jahrhunderts“ ging es schon durch die Hände von Musikern wie Peter Gabriel, Kraftwerk oder den Chemical Brothers. Mit dem Tenori-on ist heute jeder sein eigener Jean-Michel Jarre!

AktuellesTenori-On
25. Juni 2008
Siestes Electroniques - Toulouse
>> Website des Festivals
Videos
Rémi Dury plays the KRL
reactable: improvisation demo
Neighbours-Norman McLaren
Otocky von Toshio Iwai
DVDMaster edition der Filme von Norman McLaren
bei Soda Pictures
Links>> Offizielle Website der reactable
>> Reactable auf MySpace
>> Octopus-Festival für Instrumentenerfinder
>> Interview mit Rémi Dury auf MCD
>> DaFact - Website von Rémi Dury (under construction)
>> Tenori-on auf MySpace
>> Ein Tenori-On erwerben
>> Über Electroplankton
>> Norman McLaren Videoausschnitte und Infos









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