Die Reportage sehen (real video - 8mn54)
Marko 93
Marko 93 stammt aus einer Vorstadt von Paris und gilt als Pionier in der Graffiti-Szene. 1994 erfand er einen neuen Stil - eine Mischung aus arabischer Kalligrafie und klassischem Tag - idem er das Ventil seiner Spraydosen umbaute. Seit 1999 sprayt er mit Licht. Heute lässt Marko seine dreidimensionale Graffiti-Session in seinem Heimatfilm steigen. Jedes Photo-Shooting dauert zwei Minuten, während denen er seine Modelle mit Lichtschweifen dekoriert. Ist das Werk vollbracht, hinterlässt es keine Spuren, außer auf dem Zelluloidstreifen. Er selbst sieht seine Arbeitsinstrumente als nichts außergewöhnliches, da es sich um normale Taschenlampen handelt, die er mit Farbfiltern versieht. Später bemerkt er, dass Picasso diese Idee bereits in den 60er Jahren hatte, allerdings in Schwarzweiß und zweidimensional, also ohne 3D-Technik. Marko kritisiert die Überladenheit der früheren Graffitis, die lange Zeit praktiziert wurde. Leere darzustellen ist für ihn sehr wichtig, da sie die Aufmerksamkeit auf sich lenkt und Raum für Assoziationen schafft. Dieser Aspekt wird Marko durch die Beschäftigung mit der arabischen Kalligrafie deutlich.
NebrayNebay aus Paris ist seit 20 Jahren als Sprayer unterwegs. Seine Bilder findet man heute in den Galerien von Paris, London oder Shanghai. Nachdem er sich Jahrelang auf das Verfremden von Werbeplakaten spezialisiert hatte, sind heute Bodengraffitis seine Spezialität. Dies ist die logische Folge auf ein einfaches Problem: Die Wände sind überladen und die Haltbarkeit eines Graffitis beschränkt sich auf schätzungsweise eine Woche. Aus einer praktischen Not heraus schafft Nebay einen völlig neuen Raum für seine Werke, doch mittlerweile werden auch die Bodengraffitis übermalt.
Tilt
Nachdem sie in den Städten alles zugepinselt haben, suchen die Graffiti-Künstler weiterhin nach neuen jungfräulichen Malflächen. Seit kurzem erscheinen immer mehr Homepages, in denen die Maler ihre Kunstwerke ausstellen, dabei geht es jungen Damen an die Wäsche. Tilt stammt aus Toulouse und spricht seine Modelle, die er „Bubble Girls“ nennt, spontan auf der Straße an. Deshalb schleppt er in seinem Rucksack immer ein paar hochhackige Schuhe mit. Er arbeitet nach dem Fair-Trade Prinzip: Als Dank dafür, dass die Mädchen ihm ihren Körper als künstlerische Fläche zur Verfügung stellen, sprayt der Künstler die Namen seiner Models auf die Stadtwände. Dadurch schließt sich für ihn der Kreis. Der Austausch spielt für ihn eine große Rolle. Tilt war der erste Graffiti-Künstler, der seine Werke in einem Buch verewigte. Er betont die Wichtigkeit von Ästhetik, mit denen er seine Werke schafft. Diese Graffitis entstehen nicht aus einer Agression heraus, wie es in der heutigen Gesellschaft oft als Klischee gilt. Sein Ziel ist es vielmehr Spuren zu hinterlassen.
Links>> Offizielle website von Marko 93
>> Offizielle website von Tilt
>> Website zum Graffiti
>> Videos und Infos zur Szene









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