ARTE en Français

Schriftgröße: + -
Home > Kultur entdecken > Tracks

Tracks

Tracks, das Magazin für Popkultur ! Themenvorschau und Archiv, Bonusmaterial und Links zu den Themen der Sendungen.

> > Ian Brown

Tracks

Tracks, das Magazin für Popkultur ! Themenvorschau und Archiv, Bonusmaterial und Links zu den Themen der Sendungen.

Tracks

29.02.2008 - 23.45 / 01.03.08 - 03.00 : Tracks - 02/09/08

Ian Brown

Ian Browns Maxime: Schön locker bleiben in den Knien. Er war Chef der Stone Roses, 1989 die allerbeste Band Englands. Nach nur einer Platte waren sie ganz oben, nach nur zwei Alben war Schluss. Ian Brown ist immer noch da. Der NME kürte ihn zum gottähnlichen Genie.

Bands aus Manchester haben immer die Musikszene Englands durchgeschüttelt, 1989 waren es die Stone Roses, die den Rocknroll wieder mal neu erfanden. Ihre Methode: Coole Beats aus den Raveclubs mit harmonischen Gitarrenmelodien aus den 60ern zu echten Popsingles zusammenfügen. Ganz neu dazu: Ein Frontmann, der klang, als ob er in einen Mülleimer sang.

Seine Stärke war eine angeborene Coolness, ein Blueprint für Britrocker wie Liam Gallagher oder Richard Ashcroft. Die Stone Roses im Studio- so sah es aus, wenn die kleine Partytruppe and die Arbeit ging : möglicherweise waren Drogen und Feierlaune die Faktoren, warum zwischen dem ersten hoch gelobten Album von 1989 und dem zweiten von 1994, ganze fünf Jahre lagen. Eine kleine Ewigkeit im schnelllebigen Popbusiness. Ian Brown brachte das, was im Popcircus die Antriebskraft ist, genau auf den Punkt: I wanna be adored, ich will bewundert werden.

1989 änderte sich nicht nur die Popmusik, sondern auch die Welt. Nelson Mandela kam frei, die Berliner Mauer fiel, der Traum von der großen Freiheit. Aber der Traum von einer besseren Welt ist schnell geplatzt, der von vielen großartigen Stone-Roses-Platten auch. Die allerbeste Band Englands wurde zur unsichtbarsten. Gerüchte wucherten, zum Beispiel: Die Stone Roses kifften, kuckten Fußball und tranken, anstatt ins Studio zu gehen.

Arbeitersohn Ian Brown ist der König von Manchester und hat geschafft, was ihm nach Ende der Stone Roses keiner zugetraut hatte: Er verkaufte auch nach dem Ende der Roses noch Platten. Vier von seinen fünf Solo-Platten haben es in die Top-Ten der britischen Charts geschafft. Manchester liebt Ian Brown, Ian Brown liebt Manchester United, und die Man-U-Fans singen immer noch Stone Roses-Songs im Stadion. Doch nicht nur die Manchester Fans hat Ian Brown beeindruckt, auch Britrockern wie Oasis, The Verve oder Blur hat er den Weg geebnet.

Doch während Noel Gallagher politisches Engagement für “beschissene Zeitverschwendung” hält, kämpft Ian Brown mit seinen Songs für eine bessere Welt. Kein Wunder: Sein Lieblingbuch ist die Bibel, seine Helden heißen John Lennon und Bob Marley. “Ilegal Attacks” von der neuen Platte ist ein Tritt in den Arsch der britischen Regierung.

Ian Brown ist sich treu geblieben: Er hat zu allem eine Meinung, ist Meister der reduzierten Bühnenshow und klingt immer noch wie ein  Typ, der in einen Mülleimer singt. Und sollte er die Stone Roses doch mal vermissen, gibt’s vielleicht noch ne dritte Platte.

 .............................................
Links
>> Offizielle Website von Ian Brown
MySpace Player von Ian Brown
>> Ian Brown bei nme.com

Album
The world is yours (2007) von Ian Brown
bei Polydor


.....................................................................
TRACKS
Freitag, den 29. Februar 2008 um 23.45 Uhr
Wiederholung am 1. März 2008 um 03.00 Uhr
Redaktion: BR
.......................................................................

Erstellt: 27-02-08
Letzte Änderung: 02-09-08