Klavierkonzert N°1
Klavierkonzert N°3
Um diese Einspielung Luganskys richtig schätzen zu können, sollte man den mitunter zu Recht oder Unrecht bewunderten Rachmaninov der großen romantischen Gefühle vergessen. Auch die kreischenden Lokomotiven aus David Leans "Begegnung", Schauplatz heftigster Leidenschaften, dürfen keine Rolle mehr spielen. Sämtlicher sentimentaler Ballast gehört jetzt abgeworfen.Denn der leidende Rachmaninov ist nicht länger jener Jugendliche, der sentimentale Tragödien auf das Notenpapier bringt, sondern ein Mann im Exil, aus dem in einem zwangläufig tragischen Werk die Flut der Erinnerungen herausbricht.
Es ist nicht verwunderlich, dass es dabei mehr um Gewalt als um Mitleid geht; auch dass der Pianist an vielen Stellen Distanz wahrt, so wie es guten Erzählern gelingt, ist nicht wirklich erstaunlich: Das Stück ist eine Erzählung, fast ein literarisches Werk, das wenig mit der Überzogenheit so manch einer Hollywoodproduktion gemein hat.
Natürlich muss man zuhören, um von diesem Werk gefesselt zu werden. Wo andere uns mit den ersten Klängen des 3. Concertos bereits in ihren Bann ziehen, beginnt Lugansky ganz ohne Effekthascherei. Er weiß zweifelsohne, dass das Drama nicht im Thema selbst liegt, sondern vielmehr in dessen beharrlicher Wiederholung.
Mathias Heizmann (19. März 2003)
........................................................
RACHMANINOV : Klavierkonzerte Nr.1 und Nr. 3
Nikolaï Lugansky
City of Birmingham Symphony Orchestra,
Sakari Oramo (Leitung)
Label : Erato; Vertrieb : ClassicsWarner








per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

