31. August 2004: Auf ihrem Partei-Kongress im Madison Square Garden von New York, ernennen die Republikaner Georges Walker Bush zu ihrem Präsidentschaftskandidaten gegen den demokratischen Herausforderer John Kerry. Tausende Amerikaner steigen auf die Barrikaden, um das Event durch Anti-Bush Aktionen zu sabotieren. Die Cops stehen unter Strom. Nur noch wenige Tage, dann wissen wir Bescheid, wer die Welt regiert... Oder etwa doch nicht? Denn während die Welt nach Amerika blickt, brodelt es im Untergrund. In Chiapas, Italien oder Korea, bereitet sich eine neue Generation von Piraten auf die große Revolution vor. Wie schon ihre Vorfahren auf den sieben Weltmeeren, kennen die Piraten weder Moral noch Gesetz.
Der gefürchtetste Anführer der revolutionären Brut versteckt sich sogar im Herzen der USA. Sein Name:
Hakim Bey. Umstrittener Provokateur, Piratologe, Universitätsprofessor, Poet und Philosoph, so richtig weiß niemand, wer er ist. Heute übernimmt Hakim das Ruder in einem Tracks-Special. Wie seine Vorbilder, die Piraten, agiert Hakim Bey im Dunkeln. Zum ersten Mal war er bereit, vor den Kameras eines nationalen Fernsehsenders zu sprechen, aber nur unter einer Bedingung: Sein Gesicht darf nicht gezeigt werden. Misstrauisch, weigert er sich über das Internet zu kommunizieren. So liefen die Vorbereitungen für unser exklusives Interview ganz altmodisch per Post.
1. Hakim Bey und die TAZLinks, Präsentation.
2. Die permanente RevolutionIn seinen Büchern stiftet Hakim Bey zur permanenten Revolution an, was man den Gegnern der Republikaner-Konvention an diesem 31. August in New York, nicht zweimal zu sagen brauchte.
>> Naomi Klein, A31, Gegner der Republikaner-Konvention, der Regisseur Rick Rowley
3. Die PiratenSchwerpunkt bei Hakim Bey sind die Piraten des 17. und 18. Jahrhunderts, die eigentlichen Erfinder der temporären autonomen Zonen.
>> Libertalia, das Projekt Earthship, der Zapatismus und die Black Blocs
4. Der Patriot ActIn New York stoßen die Aktivisten auf heftigen Widerstand. Für Hakim Bey ist die Taktik im Kampf gegen einen allmächtigen Staatsapparat das Wichtigste
>> Die Affäre Steve Kurtz, das Critical Art Ensemble.
5. Musik ist RevolutionTrotz der totalitären Methoden der Regierung, gibt es für Hakim Bey noch Freiräume für die Revolution. Musik ist einer davon.
>> MC5, Bill Laswell, Genesis P-orridge
6. Subversion ist eine KunstUnd in dieser Kunst ist Hakim Bey der Meister. Da bekommen sogar noch die ihr Fett ab, die allgemein als Gurus der Provokation gelten.
>> Captain Paul Watson, Sea Shepherd
7. HackerWenn es einen Ort gibt, an dem sich Piraten tummeln, dann im Internet. Aber surfen ohne Tempolimit auf der Datenautobahn, das war einmal. Für Hakim Bey ist das Web nichts weiter als ein staatlich kontrollierter Raum.
>> Collectif FTP, die ersten Hacker, die Defcom
8. Das Free State ProjectAls echter Pirat sieht Hakim Bey eher schwarz. Ein kleines Horrorszenario gefällig?
>> Das Free State Project
9. SchlusswortWie sieht also die Zukunft der Piraten aus? Wir überlassen dem Meister das letzte Wort...
>> Hakim Bey
......................................................................TRACKSDonnerstag, den 28. Oktober 2004 um 23.15 UhrWiederhol. am Samstag, den 30. Oktober um 17.45 UhrRedaktion: ARTE France, Program33.......................................................................