The State of ThingsSpielfilm, Deutschland / Portugal / USA 1982, ARTE, Synchronfassung, SW, 117 Min.
Regie: Wim Wenders
Drehbuch: Robert Kramer, Josh Wallace, Wim Wenders
Kamera: Henri Alekan, Fred Murphy, Martin Schäfer
Musik: Joe Ely, Allen Garfield, Jim Jarmusch, Jürgen Knieper
Schnitt: Jon Neuburger, Peter Przygodda, Barbara von Weitershausen
Produktion: Road Movies Filmproduktion
Produzent: Chris Sievernich
Mit: Patrick Bauchau (Friedrich "Fritz" Munro), Jeffrey Kime (Mark), Geoffrey Carey (Robert), Camilla More (Julia), Alexandra Auder (Jane), Artur Semedo (Produktionsleiter), Fransisco Baiao (Tontechniker), Robert Kramer (Kameramann), Samuel Fuller (Kameramann Joe Corby), Roger Corman (Rechtsanwalt), Allen Garfield (Gordon), Paul Getty Jr. (Drehbuchautor Dennis), Viva Auder (Skriptgirl Kate), Isabelle Weingarten (Anna), Rebecca Pauly (Joan), Judy Mooradian (Kellnerin), Janet Rasak (Karen), Monty Bane (Herbert), Martina Getty (Sekretärin)
- Synopsis
Friedrich Munro, ein Regisseur deutscher Herkunft, dreht mit amerikanischen Geldern einen Film in Portugal. Drehort für sein Remake des Science-Fiction-Films "The Survivors" ist ein verlassenes Hotel an der Küste, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Es gibt kein Personal und die Einwohner des benachbarten Ortes nehmen offensichtlich keine Notiz von den Dreharbeiten. Die finden ein abruptes Ende, als es von einem Tag auf den anderen kein Filmmaterial mehr gibt. Nach Auskunft des Kameramanns kann nicht weitergedreht werden, der nach Los Angeles abgereiste Produzent Gordon bemühe sich aber, die Finanzierung des Projekts weiter zu sichern. Da Gordon aber nichts von sich hören lässt, bricht Friedrich schließlich nach Los Angeles auf, um die Fortsetzung seines Filmprojektes einzufordern. Doch als er den Produzenten endlich findet, sticht Friedrich mit seinen Forderungen ungewollt in ein Wespennest: Gordon hat arge Probleme mit seinen amerikanischen Geldgebern bekommen, die Friedrichs Film nicht weiter fördern wollen.
Ein Schwarz-Weiß-Film, gedreht von einem deutschen Regisseur mit europäischen Schauspielern, scheint ihnen wenig Erfolg versprechend. Doch für Gordon geht es um mehr als um einen abgebrochenen Film. Er fühlt sich von seinen Gläubigern bedroht und fürchtet um sein Leben. Auch für Friedrich wird das Ringen um seine filmische Arbeit zu einem Kampf, in dem es schließlich um Leben und Tod geht.
- Zum Film
Der Film ist eine vielschichtige Reflexion über das Filmemachen und die Unterschiede der europäischen und amerikanischen Filmproduktion. Als solcher ist er eng mit den negativen Erfahrungen verbunden, die Regisseur Wim Wenders bereits selbst in Hollywood gemacht hatte: Nachdem er 1978 die Regie für den von Francis Ford Coppola produzierten Film Hammett übernommen hatte, wurden die Dreharbeiten aufgrund diverser Unstimmigkeiten mehrmals unterbrochen. Die Uraufführung von Hammett in Cannes 1982 war nur mäßig erfolgreich. Wie sehr Wenders unter dieser Situation gelitten haben muss, spiegelt Der Stand der Dinge wider. Allerdings ist der Film mehr als eine Liebeserklärung an den europäischen Film und eine gefällige Selbstdarstellung des Regisseurs. Die Figur des Friedrich in Der Stand der Dinge wirkt mitunter eitel und selbstfixiert, was durchaus von einem kritischen Bewusstsein Wenders gegenüber seiner Berufssparte zeugt. Wenders bezieht Stellung gegen die auf Profit und Zuschauerzahlen angelegten Mainstream-Produktionen Hollywoods.
Darüber hinaus erzählt "Der Stand der Dinge" eine Vielzahl kleiner Geschichten. So treten während des unfreiwilligen Drehstopps plötzlich die Geheimnisse, die Verletzungen, die Ängste und die Einsamkeit der einzelnen Filmcrew-Mitglieder zu Tage. Ohne den lebhaften Produktionsprozess verwandelt sich das einsame Hotel an der stürmischen Atlantikküste in einen Ort äußerster Verlorenheit. Subtil deutet Wenders die existenzielle Bedeutung an, die die Filmarbeit für alle am Produktionsprozess Beteiligten hat: Die künstliche Bühne eines Filmsets wird zu einer Art Schutzraum, der seine Mitglieder nicht nur vor der Wirklichkeit, sondern auch vor den eigenen Schattenseiten behütet.
Der Stand der Dinge wurde 1982 in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt er 1983 im Rahmen der Verleihung des Deutschen Filmpreises das Filmband in Silber für die Produktion und das Filmband in Gold für die Kameraarbeit von Martin Schäfer. Der Stand der Dinge ist der letzte Film einer fünfteiligen Reihe, die ARTE zu Ehren von Wim Wenders ausstrahlt, der am 14. August 2005 seinen 60. Geburtstag feiert.








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