Unter einer Aphasie versteht man eine erworbene Sprachstörung. Sie ist jedoch keine Sprechstörung. Es handelt sich auch nicht um eine Form der geistigen Behinderung oder psychischen Störung. Die Betroffenen besitzen zwar noch die Fähigkeit, Sprechbewegungen zu planen und auszuführen, können aber nicht mehr formulieren, was sie sagen wollen. Oft verstehen Aphasiker auch nicht, was andere Menschen ihnen mitteilen.Ursachen:
Bei Erwachsenen ist ein Schlaganfall die häufigste Ursache (80%) einer Aphasie. Dabei kommt es zu einer akuten Durchblutungsstörung in bestimmten Hirnbereichen. Auch Kinder können einen Schlaganfall erleiden. In Deutschland betrifft dies etwa 300 Kinder pro Jahr. Häufigster Auslöser einer kindlichen Aphasie ist aber meist eine Schädel-Hirn-Verletzung z.B. nach einem Unfall. Daneben können Hirnblutungen, Hirntumore oder andere seltenere Erkrankungen zu einer Aphasie führen.
Symptome
Charakteristisch für eine Aphasie ist, dass sich die Betroffenen plötzlich nicht mehr verbal, also mit Worten, äußern können. Die Betroffenen sprechen oft gar nicht mehr oder nur noch stockend. Die Wortauswahl ist fehlerhaft, und die Sätze sind unvollständig. Je nach Schweregrad der Hirnschädigung fällt ihnen auch das Lesen und Schreiben schwer. Manchmal können Aphasiker zwar Worte und Sätze lesen, begreifen jedoch deren Sinn nicht. Trotz der Aphasie können die Patienten logisch denken, verstehen und fühlen. Sie können dies jedoch nicht mitteilen. Der Verlust der Sprache beeinträchtigt daher auch die Psyche, so dass Aphasiker oft niedergeschlagen sind oder aggressiv reagieren. Ist nicht nur das Sprachzentrum geschädigt, treten häufig auch weitere Symptome wie Lähmungen, Sehbehinderungen und Störungen der Körperwahrnehmung auf.
Diagnose
Die Diagnose der Aphasie erfolgt meist direkt nach der Behandlung der Ursache, z.B. nach Therapie der Hirnblutung, des Schädel-Hirn-Traumas oder Schlaganfalls. Häufig zeigt sich dann schnell, dass die Betroffenen sich nicht mehr artikulieren können. Den Schweregrad der Aphasie stellt meist der Sprachtherapeut (Logopäde) fest.
Therapie
Das Wiedererlangen der Sprache ist nach dem Auftreten einer Aphasie als Folge einer Hirnschädigung ein langwieriger und mühevoller Prozess. Besonders wichtig in der Behandlung ist die Sprachtherapie (Logopädie), bei der das Kommunizieren mit Worten systematisch wieder erlernt wird. Wichtig sind auch Krankengymnastik und Physiotherapie. Mit gezielter Ergotherapie sollen die Betroffenen lernen, Alltagstätigkeiten wieder zu bewältigen. Bei Kindern liegt das Augenmerk zudem auf einer schulischen Weiterbildung mit Gleichaltrigen. Dabei sollen sowohl schulische Inhalte als auch Konzentration und Sprache kontinuierlich gefördert werden. Wie lange eine Aphasie andauert, hängt vom Schweregrad der Hirnschädigung ab. Mit einem umfassenden Therapieprogramm gelingt es jedoch häufig, sowohl Bewegungsstörungen als auch die Aphasie weitgehend rückgängig zu machen.....................................
HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Mittwoch, 27. September um 12.05 Uhr
Wiederholung vom 25. Oktober 2005
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.








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