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08/06/06

Alexander-Technik

Die Alexander-Technik ist eine Technik zur Vermeidung von Fehlhaltungen, die sich oft im Alltag einschleichen. Durch die Technik lernt man, sich eingefahrene Bewegungen oder Haltungen – zum Beispiel am Computer – bewusst zu machen und zu überprüfen, ob wirklich alle angespannten Muskeln für diese Bewegung benötigt werden, oder ob einige unnötig überbelastet werden und dadurch Schmerzen verursachen.

Der Alexander-Lehrer erklärt und zeigt durch locker geführte Bewegungen und Berührungen dort, wo überflüssige Muskelpartien angespannt werden, wie sich das Loslassen und die angemessene Entspannung anfühlen.
Im Zentrum steht dabei die korrekte Haltung des Kopfes. Er ist verhältnismäßig schwer und liegt nur auf einer kleinen Fläche auf dem Hals auf. Nur wenn der Kopf frei und locker auf dem Rumpf balanciert, können sich auch die Hals- und Nackenmuskeln und in Folge der restliche Körper entspannen. Meist kommen die Schüler wegen bestimmten Beschwerden, etwa Rückenschmerzen, zum Alexander-Lehrer. Ist die Technik des Bewusstmachens und Loslassens einmal erlernt, kann man sie auch problemlos auf andere Bereiche des Lebens übertragen.
Neben alltäglichen Beschwerden wird die Alexander-Technik auch bei Berufskrankheiten eingesetzt. Musiker haben oft Schmerzen, weil ihr Instrument ihnen eine unnatürliche, einseitig belastende Haltung abverlangt. Hier kann die Alexander-Technik ebenso helfen wie bei Sängern oder Schauspielern, die durch eine zu starke Anspannung des Körpers oder der Hals-muskulatur schnell heiser werden. An englischen Schauspielschulen ist die Alexander-Technik inzwischen Pflicht. Auch an einigen deutschen Musikhochschulen wird sie als Ergänzung angeboten.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist der Sport. Vor allem im Reitsport hat die Alexandertechnik inzwischen große Verbreitung gefunden, weil sie hilft, die Losgelassenheit und Balance im Sattel zu erreichen. Bei allen Anwendungsgebieten gilt: Der Alexander-Lehrer muss kein Spezialist für das Instrument oder das Fach sein: Er beobachtet lediglich die Koordination der Bewegungsabläufe und korrigiert sie.
Benannt ist die Technik nach Frederick Matthias Alexander (1869-1955), einem australischen Schauspieler, der ständig unter Heiserkeit litt. Alexander begann, seine Bewegungen und seine Haltung beim Rezitieren zu beobachten, und stellte fest, dass er seinen Kopf Hals und seinen ganzen Körper beim Sprechen anspannte, was wiederum seine Stimmbänder belaste-te. Er versuchte, sich bewusst zu entspannen und entwickelte daraus eine Technik, die sich inzwischen auf die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche ausgeweitet hat. Die Alexander-Technik kann auch schon vorbeugend gelernt werden, damit bestimmte Probleme gar nicht erst auftreten.
Eine Einzelstunde kostet in der Regel 40 Euro. Häufig werden auch Gruppenstunden angeboten. Die Kosten werden nicht von den Krankenkassen übernommen. Ein Verzeichnis aller Lehrer in Deutschland gibt es bei der Gesellschaft der Lehrer der F.M.Alexander-Technik.
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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 13. Juni 2006 um 14.00 Uhr
Wiederholung vom 24. Mai 2005
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 19-05-05
Letzte Änderung: 08-06-06