Taille du texte: + -
Accueil > Vidéos sur ARTE.TV > Betty Synclar - Bitte pubertier mich postmodern
Web videos
Fermer

Betty Synclar - Bitte pubertier mich postmodern

bitte pubertier mich postmodern

Scheiße! Ich will hier Gefühle vermitteln!
Trash ist die einzige Antwort auf einen postmodernen Skandal. Die Entzauberung schreitet im Stechschritt voran. Marsch. Grau. Marsch. Grau der Morgen.

Sammelt die Gefühle auf der Müllkippe.
Ich hab Deine Zahnreihe in meinem Kopf,
deine Stimme singt in meinem Kopf, zersägt meine Hirnströme wie Kettensägen.
Ich habe Ausfluss, wenn ich dich anschau.
Ich komm nicht aus der Pubertät raus, wenn du in meiner Nähe bist.
Scheiße! du bist nicht da! Ich bin Deine Nabelschnur, ich ernähr dich, ich ernähr dich gesund, nur du, mein Fluor, schützt mich vor Karies, mein Koffein flüssig, ich dein SOS, dein POS, ADSL, SMS, ich brauch moderne Menschen! Ich brauch Liebe!

Liebe ist eine arterhaltende Sinnstiftung.
Ich denk an dich, denk and dich, denk and dich, denk and dich, denk and dich, denk and dich – jetzt hab ich dein Bild verloren. Google-Bildsuche. Du schaust genau so in die Kamera, wie Du mich anschaust. Du Arschloch! Du bist nicht real.
Die sind da alle bloß gecastet von Bloßstellagenturen.
Ich bin real!
Diese Roboter kotzen mich an! Ich meine: Punk! Die anarchistische Avantgarde schreitet durch mich hindurch.
Je älter ich werde, desto mehr punkt es!
Ich habe keine Angst mehr. Männliche Erregungskurve als Dramaturgie genommen? Das muss nicht sein!
Und ich sage: Tod der Illusion!
Und sie sagen: Sprich nicht davon! Wir haben keine Probleme! Wir haben keine Probleme, heute kommt die Müllabfuhr.

Und du bist immer noch da. Und ich fließ immer noch aus.
Das ist ein innerer Monolog, der unzensiert nach draußen drängt, wenn dein Schweiß in der Luft hängt.
Gefühle vermitteln!
Ich weiß, unsere Liebe ist zur Unerfülltheit bestimmt.
Unsere Ideologien laufen gegeneinander. Aber egal, das Gefühl schlägt doch in der Brust.
Es ist nicht mal Durst, ich kenne viele Quellen und ich saufe auch.

Du hast einen schönen Schwanz. Ist mir auch klar, dass man das so nicht sagen kann, aber der innere Monolog schreibt es einfach.
Ich bin nicht gecastet!
Ich bin für die Arterhaltung. Aber die Brut, die da ausgetragen wird, ändert die Struktur nicht. Deshalb: Umstrukturierung.
Ich brauch euer Sperma.
Der Morgen in Ketten, Sägen, lautlos warten, still.
Durch die Bürokratisierung der Gefühle und die Vermarktung der Eizellen, ist ein struktureller Umbau in der Institution Romantik beobachtbar.
Was kostet denn Deine Liebe? Ich bezahl’ den Preis der Welt dafür.
Und die Stimme sagte: Werde Hausfrau! Aber ich wollte mehr, mehr als ein Engel sein.

Baal

Es hämmert und nagelt, reisst in meinem Kopf.
Ich bin ein Flussbett ohne Anker,
bin Welt, bin Sturm,
bin meine eigene Krankheit.
Ich bin Baal, sagte ich.
Meinte es.
Und war es.

Die Welt auf den Kopf gestellt,
und sich darin eingerichtet,
die Welt im Kopf,
und der Kopf in der Welt.
Intensive Emotionen,
durch Vorhänge nicht verschleiert.

Herzen die schlagen und Fragen die hören.
Vorgänge die passieren, und Lüste die drängen.
Einsteigen und abfahren,
abgehen und draufgehen-
irgendwann.

Aber jetzt noch tanzen, atmen und küssen,
jetzt noch saufen und lachen, laufen und lieben.
Aber jetzt noch, jetzt noch so viel.
So rein sein im Herzen, mit schmutzigen Lacken,
die Geilheit im Nacken, der Stolz auf der Nase.
Die Löwin die jagt, säugt und gebärt.
Unverständige Wortfetzen, Bilder der Seele,
triefend vor Durst.

Werwolf am Tag mit dem Proletariat im Kapitalistenschweiss badend,
Schmetterling, ich hoff, ich hab dir die Flügel nicht gebrochen,
dein Lächeln nicht zersägt.
Kampfsport auf Bittersüssem Punkrock,
so Kindsein, in der Welt.
Ich bin Baal sagte ich.
Baal sagte ich.

War nicht weise, war nicht Wahnsinn,
war nicht Irrsinn, war die dumme Taubheit die sieht.
Kinderlachen, die Muse im Bett,
die Macht des Grössenwahns zwischen nackten Leibern ersteigen.
Der Privatfeldzug in dein Gehirn, geh nicht weg, bleibe.
Bleib liegen und ich jag weiter.
Die Literatur hat mich entjungfert,
sich wild zwischen meine Beine geschlagen,
hat mich genagelt und durchbohrt.

Meine süsse Freundin, so Mädchen die Frauen, die Luder, der Geist.
Wie ich dich traf, durchstachst mich.
Drangst in mich ein, ein Kuss im Loop.
Das Glück abonniert, die Seele im Blütenbaum,
der Taumel, die Furcht es könnte enden.
Enden mit Baal.

Ich lad dich ein auf meine Beerdigung,
aber vorher Jünger kommt,
wascht mir die Füsse, küsst meine Brüste,
Baal hat Jesus geliebt.
Irr denken sie.

Ein Kopf ist weit, und in der Welt noch viel weiter.
Ich bin ein Meer ohne Küste,
eine mitten unter Irren.
Eine Anstalt ohne Wärter,
in Luxuszellen die Erkrankung ihres Gehirns studieren.
Es hat alles keinen Sinn und dennoch ist es schön.

Es sind alle kaputt wie im Theater, Affen im Käfig
und dennoch tun sie denken.
Affen die denken, lachen und weinen,
so war die Welt an einem Abend.
Aspirin in der Tasche,
von Afterhour zu Party,
Drogen im Griff.

Selbstdemontage als Wixen gedacht.
Ich wixe gern als Werbeslogan.
Die Frauen tun es auch.
Das Hirn explodiert, wenn man zu lange wartet.
Die Tage im Frühlingsgezwitscher,
das Herz offen wie ein Pirat.

Man muss nur leben, und alles andere geschieht-
im Morgengrauen, beim Nachmittagsjoint am Sonntag.
In diesem Lebensstil integriert: Schizophreniegefahr.
Solange die Vögel nicht sprechen, ist mir das egal.
Ich bin Baal.
Ich peitsche Textstrukturen,
penetriere sie,
will Welt retten, will warten, will sterben,
will deinen Rücken kraulen, dich reitet wild die Lust-
Penthesilea.

Meine Penthesilea.
Baal liebte Penthesilea.
Baal ich lieb dich, ich hass dich, ich will dich.
Du Scheissbaal rühr meine Seele nicht an,
ich bin nicht devot.
Mach mich nicht Sklavin, ich brauch die Freiheit.
Du lebst deinen krassesten Expressionismus.